Antrag abgelehnt
Kindermörder Gäfgen darf keine Opferstiftung gründen

Der Kindermörder Magnus Gäfgen wollte ein Stiftung für Kinder und Jugendliche gründen, die als Opfer einer Straftat die Kosten für die Rechtsverfolgung nicht selbst aufbringen können. Das verstößt gegen das Anstandsdenken aller billig und gerecht denkenden Menschen, meint die Aufsichtsbehörde.

HB TRIER. Wie die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier am Mittwoch mitteilte, lehnte sie nach eingehender Prüfung der Unterlagen einen entsprechenden Antrag von Gäfgens Anwalt ab. Die Behörde erklärte, die geplante Stiftung verstoße gegen die guten Sitten.

Eine nach Gäfgen benannte oder von ihm initiierte Stiftung sei untrennbar mit der Person des wegen Kindermordes zu lebenslanger Haft verurteilten Mannes verbunden, hieß es in einer Erklärung der ADD. Dies verstoße gegen das Anstandsdenken aller billig und gerecht denkenden Menschen. Die Trierer Behörde war für die Entscheidung über den Stiftungsantrag zuständig, weil die Kanzlei von Gäfgens Anwalt, Michael Heuchemer, ihren Sitz im rheinland-pfälzischen Bendorf hat.

Zielgruppe der geplanten Stiftung sollten nach früheren Angaben von Gäfgens Anwalt Michael Heuchemer Kinder und Jugendliche sein, die als Opfer einer Straftat die Kosten für die Rechtsverfolgung nicht selbst aufbringen können. Seine Pläne zur Stiftungsgründung waren auf heftige Kritik gestoßen.

Gäfgen hatte im September 2002 den elfjährigen Millionärssohn Jakob von Metzler entführt und dann getötet. Dafür wurde er später zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Gäfgen hat mit Hilfe seines Anwalts bereits ein Buch mit dem Titel „Allein mit Gott“ herausgegeben. Das Gründungskapital der Stiftung sollte nach Medienberichten 25 000 Euro betragen.

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