Anwälte des Popstars sehen Verhaltensmuster bei mutmaßlich missbrauchtem Jungen
Jackson-Prozess: Richter lehnt Einstellung des Verfahrens ab

HB BERLIN. Im Verfahren des wegen sexuellen Missbrauchs angeklagten Popstars Michael Jackson ist ein Antrag auf Einstellung des Verfahrens abgelehnt worden. Jacksons Verteidiger hatten den Antrag gestellt, Richter Rodney Melville wies ihn am Freitag im kalifornischen Santa Maria zurück.

Als Grund für ihren Antrag auf Einstellung hatten die Anwälte Jacksons genannt, dass eine Zeugin der Anklage den Namen eines Jungen genannt hatte, der Jackson in den 90er Jahren des sexuellen Missbrauchs beschuldigt hatte. Der Richter entschied jedoch, die Staatsanwaltschaft habe mit der entsprechenden Befragung der Zeugin nicht auf mögliche frühere Vergehen des Sängers gezielt. Vielmehr habe festgestellt werden sollen, wieviel Kontakt Jackson mit jugendlichen Besuchern von Neverland hatte.

In dem jetzt laufenden Verfahren hat der Richter noch nicht darüber entschieden, ob frühere Anschuldigungen anderer Jungen als Beweismittel zugelassen werden. Darüber soll erst in einer Woche beraten und entschieden werden.

Jackson wird vorgeworfen, im Frühjahr 2003 einen heute 15 Jahre alten Jungen betrunken gemacht und dann sexuell missbraucht zu haben. Die Staatsanwaltschaft will Missbrauchsvorwürfe aus dem Jahr 1993 in das laufende Verfahren einbringen, die damals nicht vor Gericht kamen. Der damalige Beschuldiger, ein jetzt 25-jähriger Mann, hatte sich mit Jackson über eine Millionen-Abfindung geeinigt.

In einem weiteren Streitpunkt bei der laufenden Verhandlung entschieden die Richter für Jackson. Seine Anwälte hatten beantragt, einen Vorfall aus der Vergangenheit des nach eigenen Angaben von Jackson missbrauchten Jungens publik machen zu dürfen. Demnach soll der Junge den prominenten Komiker George Lopez nach einem Streit beschuldigt haben, ihm sein Portemonnaie mit 300 Dollar gestohlen zu haben.

Jacksons Verteidigung sieht das als Verhaltensmuster: Der Junge versuche, von Prominenten Geld zu erhalten.

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