Appell für Spenderbereitschaft
Spenderorgane werden auch 90-Jährigen entnommen

Wegen des Mangels an Organspenden greifen die Transplantationsmediziner auch auf hochbetagte Spender zurück. Vor zehn Jahren dagegen seien Organspender über 65 Jahre noch nicht akzeptiert worden.

HB MÜNCHEN. Der älteste Verstorbene, dem die Ärzte in Deutschland Spenderorgane entnommen hätten, sei 90 Jahre alt gewesen, sagte am Donnerstag der Mediziner und Leiter des Transplantationszentrums am Münchner Klinikum rechts der Isar, Manfred Stangl. „Aber die Niere eines 90- Jährigen funktioniert natürlich nicht mehr so gut wie die eines 40- Jährigen.“ Spenderorgane von Senioren würden deshalb bevorzugt älteren Empfängern eingepflanzt, die nicht mehr eine so lange Lebenserwartung hätten wie jüngere Patienten.

„Wir akzeptieren inzwischen jede Spende“, sagte Stangl. Im Münchner Klinikum rechts der Isar sei der älteste Verstorbene, dem eine Niere entnommen worden sei, 88 Jahre alt gewesen. Der älteste Lebendspender einer Niere sei dort 84 Jahre alt gewesen und habe eine seiner beiden Nieren seiner Tochter gespendet, die auch schon über 60 Jahre alt gewesen sei.

Stangl wies darauf hin, dass es für ein möglichst langes Funktionieren der Spenderniere darauf ankomme, dass die Empfänger auch später noch regelmäßig die nötigen Medikamente einnehmen. „Irgendwann geht es den Leuten wieder ganz gut, und dann lässt die Disziplin bei den Tabletten nach“, sagte Klinikchef Prof. Jörg- Rüdiger Siewert. Dann aber kann es nach Angaben der Experten zu Funktionsstörungen bei der empfangenen Niere kommen. Rund ein Drittel der Patienten auf der deutschen Warteliste für eine Niere seien Anwärter für schon die zweite oder dritte Transplantation, betonte Stangl.

Im Namen der Initiative „Sportler für Organspende“ appellierten die mehrfache Ski-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Rosi Mittermaier und ihr Ehemann, der mehrfache Ski-Weltcupsieger Christian Neureuther, an die Bürger, sich Organspender-Ausweise ausstellen zu lassen. „Wir haben unseren Spenderausweis immer im Geldbeutel dabei und unsere Kinder auch.

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