Arbeitsniederlegung
Streik legt Flugverkehr am Hamburger Airport lahm

Vier Tage war Ruhe, jetzt gehen die Streiks am Hamburger Flughafen weiter. Zum vierten Mal in diesem Jahr legt die Gewerkschaft Verdi den Flugbetrieb lahm. Hunderte Reisende verbrachten die Nacht im Terminal.
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HamburgErneut lange Warteschlangen vor den Terminals: Die Sicherheitskräfte am Hamburger Flughafen haben ihren Streik nach vier Tagen Pause fortgesetzt und damit für erhebliche Einschränkungen gesorgt. 110 von 181 Abflügen wurden bereits am Mittwochmorgen gestrichen. Auch 22 der geplanten Ankünfte wurden aus dem Flugplan genommen, teilte der Flughafen am mit. „Die Lage ist durchaus angespannter als beim vergangenen Mal“, sagte die Sprecherin des Flughafen Hamburg, Stefanie Harder. Die Gewerkschaft Verdi fordert deutlich mehr Lohn für das private Sicherheitspersonal, bisher gibt es keine Annäherung mit der Arbeitgeberseite.

Beschäftigte der Flughafen-Sicherheit aus Hamburg, Frankfurt, Berlin und Nordrhein-Westfalen wollten am Mittwoch in Potsdam vor dem Kongresshotel der 5. Luftsicherheitstage des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft (BDSW) eine Kundgebung abhalten. In Nordrhein-Westfalen, wo zuletzt an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf gestreikt wurde, sind nach Angaben von Verdi NRW für Mittwoch zunächst keine neue Aktionen an den Airports geplant.

Die Streikenden in Hamburg fordern einen Stundenlohn von 14,50 Euro, die Arbeitgeber haben bislang in einem ersten Schritt 12,75 Euro und im kommenden Jahr 13,50 Euro pro Stunde angeboten. „Der Streik tut uns leid, lässt sich aber nicht vermeiden“, erklärte Verdi-Fachbereichsleiter Peter Bremme. Die Arbeitgeber sind dagegen empört über den Arbeitskampf und erklärten, sie könnten sich auf Verdi und die Verhandlungsführer nicht verlassen.

Bereits in der Nacht hatten Hunderte Fluggäste in Hamburg in den Terminals gewartet, um rechtzeitig die Sicherheitskontrollen passieren zu können. Die Feuerwehr und das Deutsche Rote Kreuz blieben die Nacht über vor Ort und versorgten die Wartenden mit Wasser und Proviantpaketen. Am Morgen mussten einige Fluggäste aufgrund von Kreislaufproblemen behandelt werden.

Im schlimmsten Fall könne es zu einer Wartezeit von vier Stunden kommen, teilte der Flughafen per Kurzmitteilungsdienst Twitter mit. Wie schon in der vergangenen Woche ließ der Streik die Kontrollpunkte zum Nadelöhr werden: Ab 5.00 Uhr war nur eine der 20 Kontrolllinien geöffnet.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich würde mal sagen, dass liegt daran,
    dass es hier um die Tarifverhandlungen für Hamburg+NRW geht
    ; -)

  • ver.di hat damit, dass sie den Hamburger Flughafen zum 4. Mal gezielt bestreiken besonders hart die Hamburger Reisenden bestraft.

    Warum wird heute nicht ein anderer Flughafen in einer anderen Stadt bestreikt? Das würde die Last der Auswirkung besser verteilen und vielleicht diesen Arbeitskampf sogar bundesweit noch mehr publik machen. Aber ver.di scheint hier bewusst und gezielt die Hamburger Reisenden bestrafen zu wollen!

    Ich denke, dass hier der Gesetzgeber und die Justiz gegen diese Willkür eingreifen müssen!

    Ich versuche schon so wenig zu fliegen wie möglich. Beruflich nutze ich immer öfter Online Videokonferenzen (GoToMeeting) wo es geht. Und privat sind wir früher mehrfach im Jahr in den Urlaub geflogen. Letztes Jahr nur noch einmal, da die Sicherheits- und Kersoinzuschläge das Fliegen für Familien mittlerweile sehr teuer gemacht haben. Dieses Jahr werden wir nur noch mit dem Auto in die Sonne fahren. Streiks und steigende Kosten machen das Fliegen unattraktiv!

    Ich vermute, dass weiter steigende Kosten der Sicherheitsgebühren, über einen angemessenen Inflationsausgleich hinaus, zu noch höheren Ticketkosten (Sicherheitszuschlag den ja letztendlich jeder Reisende extra und aus eigener Tasche bezahlt!) und damit zu weniger Flugaufkommen in Deutschland führen wird. Für die Umwelt ist das gut, aber langfristig wird dann auch bei geringerem Passagieraufkommen weniger Sicherheitspersonal benötigt.

    Aber es ist ja nicht ungewöhnlich, dass Gewerkschaften da eher populistisch den eigenen Mitgliedern gegenüber erst einmal hohe Lohnzuschläge fordern, um sich dann später über betriebsbedingten Kündigungen (wegen zu hoher Kosten und fallenden Umsätzen) aufregen. So kann man zweimal Stimmung machen und Kundenbindung bei den Mitglieder betreiben...

  • Vielleicht ne kleine Demo, ein Happening, Sitzstreik am Airport oder so.

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