Architekt der Mode Modeschöpfer Ferré stirbt nach Gehirnblutung

Die italienische Modewelt trauert um einen ihrer größten Stars: Der weltberühmte Couturier Gianfranco Ferré ist am Sonntagabend im Alter von 62 Jahren in einem Mailänder Krankenhaus an einer Hirnblutung gestorben.
Ferré war einer der berühmtesten Modeschöpfer. Foto: dpa

Ferré war einer der berühmtesten Modeschöpfer. Foto: dpa

HB ROM. „Addio Gianfranco Ferré!“, prangte es am Montag von allen großen Tageszeitungen Italiens. Erschüttert hat die Modewelt die Nachricht vom plötzlichen Tod eines ihrer größten Protagonisten aufgenommen. Der schwergewichtige Designer mit dem gepflegten Vollbart und der runden Brille zählte seit über einem Vierteljahrhundert zu den erfolgreichsten Couturiers Italiens. „Er war ein wahrer Künstler, ein purer, wunderbarer Mensch, der der gesamten Modewelt fehlen wird“, sagte Stardesigner Roberto Cavalli. Auch Giorgio Armani, Laura Biagiotti und Valentino zeigten sich tief bestürzt von der Todesnachricht. „Er war ein Gentleman anderer Zeiten“, brachte es Mode-Ikone Donatella Versace auf den Punkt.

Gianfranco Ferré. Sein Name steht für geradlinige Eleganz, für klare Linien, für die Farben des Orients, für tragbare, feminine Roben. „Die Frau, die ich bevorzuge, ist intelligent, sie ist in der Lage dazu, ihr Kleid selbst auszusuchen und es zu leben“, sagte er einmal. „Hinter meiner Mode steht eine echte Frau, die sich selbst verwirklichen will.“ Noch im Februar wurde seine jüngste Kollektion bei den Prêt-à-porter-Modeschauen in Mailand enthusiastisch gefeiert. Jedoch hat der Designer sich bei seiner Arbeit manchmal auch zu viel zugemutet. Vor Defilées arbeitete er oft bis tief in die Nacht und verlangte seinem schweren Körper zu viel ab.

Ferré war ein Gourmet, besonders Süßspeisen waren seine Leidenschaft, die er jedoch wegen einer akuten Diabetes und zwei Schlaganfällen aufgeben musste. Noch 1998 ließ er zum 20-jährigen Jubiläum seiner Karriere eine Torte von sechs Metern Durchmesser für seine 1000 Gäste auffahren. Privat lebte er in einer Villa im Stil des 19. Jahrhunderts in Stresa am Lago Maggiore, wo er moderne Kunst, antike Marine-Fernrohre und chinesische Bronze-Skulpturen sammelte und seine Zeit mit Büchern und klassischer Musik verbrachte.

Dabei wollte der am 15. August 1944 in Legnano bei Mailand geborene Maestro eigentlich Architekt werden. 1969 schloss er sein Studium mit summa cum laude ab, hatte dann aber Schwierigkeiten, eine geeignete Stelle zu finden. Also versuchte er es mit Möbel-Design und kurze Zeit später mit Schmuck-Kreationen. Schnell wurde die Presse auf ihn aufmerksam, allen voran die Herausgeberin der italienischen „Vogue“, Anna Piaggi, die ihn international bekannt machte. „Seine Kleider waren wie Projekte, er war der Borromini zwischen vielen Berninis“, brachte es ein Freund mit Blick auf die beiden Barock- Baumeister auf den Punkt. Die Presse und Kollegen nannten ihn schlicht „Architekt der Mode“.

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