Architekt des Holocaust-Mahnmals
Peter Eisenman als Bilderstürmer

Er gilt als Bilderstürmer unter den international renommierten Architekten - der 74-jährige Amerikaner Peter Eisenman ist sich mit seinem Entwurf für das Holocaust-Mahnmal treu geblieben.

HB BERLIN. Sinn- und Trostlosigkeit der Vernichtung, sagte er vor Eröffnung des Mahnmals am 10. Mai, könnten nicht mit einem klassischen Bau ausgedrückt werden. Und so schuf Eisenman für die Mitte Berlins ein Feld mit mehr als 2700 dunkelgrauen Betonstelen, aneinander gereiht auf einem abschüssigen Gelände, ein dunkles Steinmeer mitten in der Stadt.

Eisenman studierte unter anderem an der Columbia University und im britischen Cambridge. 1967 baute er in New York das Institute for Architecture and Urban Studies auf, dem er bis 1982 vorstand und das als „Denkfabrik“ ein Begriff wurde. Von 1978 an wandte sich Eisenman zunehmend der Praxis zu. In den 80er Jahren schuf er mit dem „Wexner Center for Visual Arts“ an der Ohio State University sein erstes Großprojekt. Es folgten Aufträge in Tokio, Columbus und Frankfurt, wo er den Büro- und Wohnpark Rebstock errichtete. Zu seinen neueren Aufträgen gehört die Erweiterung des Genfer Uno-Sitzes und der Umbau des Jüdischen Museums in San Francisco.

Eisenman wurde neben Michael Graves, Charles Gwathmey, John Hejduk und Richard Meier zur Gruppe der New York Five gerechnet, die Architekturformen der zwanziger Jahre aufgriff. Er entwickelte jedoch zunehmend eine eigene, esoterische Architekturtheorie, die ihm 1988 die Teilnahme an der Ausstellung „Dekonstruktivistische Architektur“ im Museum of Modern Art einbrachte.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%