Architekt Peter Eisenman: „Ich bin gegen Political Correctness jeder Art“,
Letzte Stele vervollständigt Berliner Holocaust-Mahnmal

Mit einem Festakt ist am Mittwoch am Holocaust-Mahnmal in Berlin die letzte der rund 2 700 Stelen gesetzt worden. Stiftungspräsident Wolfgang Thierse würdigte das Mahnmal Eisenmans als „im besten Sinne anstößig“.

HB BERLIN. Architekt Peter Eisenman und Stiftungspräsident Wolfgang Thierse zeigten sich mit dem Ergebnis der dreijährigen Bauarbeiten zufrieden. Sie plädierten zugleich gegen ein generelles Demonstrationsverbot rund um das Gelände am Brandenburger Tor. „Ich bin gegen Political Correctness jeder Art“, sagte Eisenman.

Bundestagspräsident Thierse (SPD) betonte, es sei nicht möglich, das Mahnmal, das an die Ermordung von sechs Millionen ermordeter Juden erinnert, vor allen möglichen Gefahren zu schützen. Er setze auf die Arbeit der Polizei und das Engagement der Bürger. Mit der letzten der genau 2 711 Betonblöcke ist die Jahre lange umstrittene zentrale Gedenkstätte im Herzen Berlins fast fertig. Sie wird von einem unterirdischen Dokumentationszentrum ergänzt und im Mai 2005 offiziell eröffnet.

Thierse würdigte das Mahnmal Eisenmans als „im besten Sinne anstößig“. Der Effekt der Beklommenheit, den das 19 000 Quadratmeter große Feld auslöst, sei gewollt. Die Initiatorin des Mahnmals, Lea Rosh, sagte, sie habe in letzter Zeit zunehmend positive Reaktionen gehört. „Das Denkmal hat eine Kraft in sich“, meinte sie. Finanziert wird das rund 27 Millionen Euro teure Mahnmal vom Bund.

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