Argentinier als Rivale
84 Kardinäle stimmten für Ratzinger

Kardinal Joseph Ratzinger hat bei seiner Wahl zum Papst im April im entscheidenden vierten Wahlgang 84 Stimmen der 115 Kardinäle erhalten. Sein schärfster Rivale bei dem Konklave sei der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio gewesen, auf den zuletzt 26 Stimmen entfallen seien.

HB ROM. Das geht aus einem anonymen Tagebuch eines beim Konklave anwesenden Kardinals hervor, das die italienischen Politikzeitschrift Zeitschrift „Limes“ am Freitag veröffentlichte. Vor der Wahl sei aber eine Blockade der Kandidaten zu befürchten gewesen.

Die Einzelheiten einer Papstwahl sollen nach Anordnungen der Katholischen Kirche geheim bleiben, ausschließlich der Papst dürfe eine Veröffentlichung anordnen. Bislang hatte der Vatikan lediglich betont, Papst Benedikt XVI. habe bei seiner Wahl von Anfang an in Führung gelegen, die Zahl der Stimmen bei den einzelnen Abstimmungen wurde aber nicht genannt. Der Vatikan kommentierte die Veröffentlichung der Konklave-Details zunächst nicht. Bisher hieß es in Spekulationen stets, der italienische Kardinal Carlo Maria Martini sei der größte Ratzinger-Rivale gewesen.

Den Angaben des „Tagebuchs“ zufolge lag Ratzinger von Beginn des Konklave am 18. April in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan zwar klar in Führung. Allerdings habe sich eine Blockade angedeutet, denn Ratzinger drohte angesichts der Unterstützung für Bergoglio, die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit von 77 Stimmen zu verfehlen.

Den Angaben des anonymen „Tagebuchs“ zufolge bekam Ratzinger bereits beim ersten Votum 47 Stimmen (Bergolio: 10), beim zweiten Votum 65 (35), beim dritten 72 (40). Dann habe es sei beim Mittagessen am Dienstag 19. April nochmals interne Gespräche der Kardinäle gegeben, bei denen die Wende eingetreten sei. Wie die Mailänder Zeitung „Corriere della Sera“ schreibt, habe der Argentinier vor der vierten Abstimmung seine Anhänger aufgerufen, ihn im vierten Wahlgang nicht mehr zu wählen.

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