Argentinischer Kardinal soll in die Entführung zweier Priester verwickelt gewesen sein
Möglicher Papst-Nachfolger angezeigt

Ein Menschenrechtsanwalt hat Anzeige gegen den argentinischen Kardinal Bergoglio erstatten. Der mögliche Nachfolger des verstorbenen Papstes soll angeblich an einer Entführung beteiligt gewesen sein.

HB BERLIN. Wenige Tage vor der Wahl eines neuen Papstes ist gegen einen der Kandidaten Anzeige erstattet worden. Der Menschenrechtsanwalt Marcelo Perrilli wirft dem argentinischen Kardinal Jorge Bergoglio vor, in die Entführung zweier Priester im Jahr 1976 verwickelt gewesen zu sein.

Der Vorwurf sei eine «alte Verleumdung», sagte ein Sprecher Bergoglios. Die Anzeige war am Freitag bei einem Gericht in Buenos Aires eingegangen, wo Bergoglio Erzbischof ist. Darin heißt es, Bergoglio sei an der Entführung zweier Jesuitenpriester durch das damalige Militärregime beteiligt gewesen. Genauere Details zur angeblichen Rolle des Erzbischofs sind allerdings nicht enthalten.

Die beiden entführten Priester wurden fünf Monate nach ihrer Geiselnahme betäubt und halb nackt in einem Feld gefunden. Bergoglio war damals Leiter der argentinischen Jesuiten. Mit einigen Priestern, von denen manche mit Waffengewalt gegen die Militärdiktatur kämpften, stritt sich Bergoglio zu der Zeit. Die beiden Opfer hatte er kurz vor der Entführung aus dem Orden ausgeschlossen.

In seiner Heimat wird Bergoglio als «Kardinal der Armen» verehrt: Die Dienstresidenz nutzt er nicht, er schläft in einer einfachen Wohnung. Zur Arbeit kommt er immer mit dem Fahrrad.

Die italienische Zeitung «Corriere della Sera» wertete die Anzeige als Diffamierungskampagne von Feinden des Kardinals. Dass die Anzeige erstattet wurde heißt nicht, dass es auch zu einem Prozess kommt.

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