Aris 13
Piraten kapern Öltanker vor Somalia

Ein Öltanker auf dem Weg nach Mogadischu ist in der Hand von Piraten. Die EU-Operation Atalanta hat sich eingeschaltet. Doch offenbar wissen die Piraten noch nicht, wie viel Geld sie verlangen wollen.
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MogadischuDie Entführer des vor Somalia gekaperten Öltankers „Aris 13“ verlangen ein Lösegeld. Die EU-Operation Atalanta, die Piraten vor der Küste Somalias bekämpft, teilte am Dienstag (Ortszeit) mit, sie habe indirekt Kontakt mit den Männern aufgenommen, die das Schiff am Montag in ihre Gewalt gebracht hatten. Die Piraten hätten allerdings nicht erklärt, wie viel Geld sie haben wollten. Das müssten sie noch entscheiden.

An Bord des Tankers unter der Flagge der Komoren sollen sich acht Besatzungsmitglieder aus Sri Lanka befunden haben. Ein somalischer Pirat, der nach eigenen Angaben mit den Piraten an Bord des Tankers in Kontakt war, sagte der Nachrichtenagentur AP, dass die Crew in einem Raum eingeschlossen worden sei. Zudem sei die Kommunikation unterbrochen worden, bis die Höhe des Lösegeldes feststehe, sagte Bile Hussein. „Ihre größte Sorge ist, dass es einen möglichen Rettungsversuch gibt.“

Die „Aris 13“ sollte Treibstoff von Dschibuti in die somalische Hauptstadt Mogadischu transportieren als sich dem Tanker zwei kleinere Boote näherten, sagte der Direktor der Organisation Oceans Beyond Piracy, John Steed. Der Tanker habe einen Notruf abgesetzt.

Der Öltanker ist das erste größere Schiff, dass seit 2012 vor Somalia entführt wurde. Patrouillen unter anderem aus China, Indien und dem Iran hatten die Piraterie in der Region weitgehend eingedämmt, nachdem sie bis vor einigen Jahren am Horn von Afrika eine ernste Bedrohung für die Schifffahrt gewesen war. 2013 löste der Golf von Guinea die Gewässer vor Somalia als gefährlichstes Piratenrevier ab.

Mehr als zwei Dutzend Männer hätten das Schiff gekapert und in ihre Gewalt gebracht, verlautete am Dienstag aus Behördenkreisen der halbautonomen nordsomalischen Region Puntland. Eine Sprecherin der EU-Marinemission vor Somalia bestätigte, dass es einen Zwischenfall mit einem Öltanker gegeben habe.

Im Oktober hatten die Vereinten Nationen allerdings gewarnt, dass die Situation brüchig sei. Somalische Piraten beabsichtigten, ihre Angriffe auf Schiffe fortzusetzen, hieß es damals. Die Nordküste Somalias ist berüchtigt dafür, dass sie von Waffenschmugglern und der Extremistengruppe Al-Shabaab genutzt wird.

Ein Dorfältester in dem Küstenort Alula, Salad Nur, sagte, der Tanker sei vor der Stadt Alula vor Anker gegangen. „Das Schiff befindet sich jetzt an der Küste und weitere bewaffnete Männer sind an Bord gestiegen“, sagte er der Nachrichtenagentur AP am Telefon.

Eine Datenbank der UN zeigt, dass sich die „Aris 13“ im Besitz eines Unternehmens namens Armi Shipping befindet. Die Firma ist wiederum bei einem Schiffsunternehmen gelistet, das in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässig ist. Anfragen bei diesem Unternehmen blieben zunächst unbeantwortet.

Sri Lankas Außenministerium teilte mit, dass es mit den zuständigen Spediteuren und Beamten im Ausland in Kontakt stehe, um weitere Informationen zu erhalten, damit die Sicherheit und das Wohlergehen der Crew gewährleistet werden könne.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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