Arved Fuchs
Expedition zum Ende der Welt

Am Mittwoch bricht der Entdecker und Polarforscher Arved Fuchs zu einer neuen Expedition ins ewige Eis auf: Er will die Insel Ellesmere im hohen Norden Kanadas erkunden, wo ihn klirrende Kälte bis zu minus 40 Grad erwartet.

HB HAMBURG. Der Abenteurer zeigte sich jedoch unerschrocken: „Wenn man so eine Expedition durchführt, dann will man Frost haben.“ Nur auf gefrorenem Schnee sei es für die Expeditionsmitglieder und ihre elf Schlittenhunde möglich, die schwere Ausrüstung zu ziehen, sagte er am Montag in Hamburg. Auch wenn Fuchs sich und seine Begleiter nach zwölfmonatigen Vorbereitungen und einem hartem Training gut vorbereitet sieht, möchte er die Expedition zunächst behutsam beginnen. „Es ist wichtig, den Körper den kalten Temperaturen anzupassen“, erläuterte er. Zudem müsste zunächst den Huskies die Hackordnung im Expeditionsteam beigebracht werden. Die Hunde stellt der Inuit Larry Audlaluk bereit, von dem der Abenteurer vor vielen Jahren den Umgang mit den Tieren erlernte. „Das ist wirklich ein Vertrauensbeweis“, sagte Fuchs, denn von Schlittenhunden trennten sich Inuits höchst ungern. Das Expeditionsziel, die Insel Ellesmere, wird von den Inuits als „Dach der Welt“ bezeichnet und ist laut Fuchs die zehntgrößte Insel der Erde. Auf Grund ihrer unwirtlichen Beschaffenheit wird sie auch „horizontaler Everest“ genannt und ist Wissenschaftlern bislang kaum bekannt. „Ich habe schon lange den Wunsch, die Insel zu erkunden“, sagte Fuchs, der bereits 1989 seinen langen Marsch bis zum Nordpol auf Ellesmere gestartet hatte.

Dieses Mal will er gemeinsam mit seiner Frau, einem Expeditionsfotografen und einem Schlittenhund-Experten in rund 60 Tagen mehr als 1 000 Kilometer zu Fuß zurücklegen, um das Gebiet zu dokumentieren und Messungen zur Klimaforschung vorzunehmen. Während der ersten Tage werden die vier Abenteurer von einem Kamerateam begleitet. Den restlichen Verlauf der Expedition können Interessierte im Internet unter www.nationalgeographic.de/ellesmere in einem Onlinetagebuch verfolgen.

Neben den kartografischen und klimatischen Erkenntnissen hofft Fuchs auch, auf Spuren berühmter vorangegangener Expeditionen zu stoßen. Nicht nur Robert Peary und Frederick Cook begannen ihre historischen Nordpolerkundungen auf Ellesmere, sondern einige Jahre später auch der deutsche Geologe Hans Erich Krüger, der jedoch von seiner 1930 gestarteten Forschungsreise nie zurückkehrte.

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