Askania Uhrenmanufaktur
Zeitzeichen aus Berlin

Die Askania-Werke hat es schon einmal gegeben. Vor 135 Jahren gründete Carl-Zeiss-Lehrling Carl Bamberg das Unternehmen und war erfolgreich: Die Berliner Firma hatte zeitweise 15 000 Mitarbeiter und war das wichtigste deutsche Unternehmen für Luftfahrtinstrumente.

BERLIN/DÜSSELDORF. Auf dem Tisch liegt ein glänzendes Holzkästchen. Darin ruht ein Taifun. Der hat winzig kleine Zahnräder und tickt ganz leise. Taifun heißt eine Modellreihe von Uhren der Marke Askania. Askania ist „Berlins einzige Uhrenmanufaktur“, sagt Vorstand Leonhard Müller voller Stolz. Sie wurde im Januar eröffnet.

Genauer: wieder eröffnet. Die Askania-Werke hat es schon einmal gegeben. Vor 135 Jahren gründete Carl-Zeiss-Lehrling Carl Bamberg das Unternehmen und war erfolgreich: Die Berliner Firma hatte zeitweise 15 000 Mitarbeiter und war das wichtigste deutsche Unternehmen für Luftfahrtinstrumente. Hier entstanden nicht nur Pilotenuhren und Präzisionsinstrumente für die Schifffahrt, sondern auch Filmkameras – der „Blaue Engel“ mit Marlene Dietrich wurde mit einer Askania gedreht; die Schauspielerin liegt heute ganz in der Nähe der Askania-Fabrik begraben.

Im Zweiten Weltkrieg war sie ein Rüstungsbetrieb. Danach wurden die Fabriken demontiert, die Produktion weitestgehend eingestellt.

Nur ein paar Uhren überdauerten. Und die fielen vor einigen Jahren Leonhard Müller auf. Müller – bordeauxrotes Sakko, Dreitagebart und nur ein bisschen Bauch – war da noch der Repräsentant einer Schweizer Uhrenfirma. Die wurde verkauft.

Da kam er auf die Idee, Askania wieder zu gründen und unter dem klangvollen Namen besonders schöne Uhren mit viel Handarbeit herzustellen. Er suchte sich Partner, sie stellten Uhrmacher ein, und am 19. Januar 2006 feierten sie die Wiederauferstehung der Marke.

Jetzt hat Müller viel vor: In diesem Jahr soll die Askania AG mindestens 3 000 Uhren herstellen, mittelfristig 10 000 Uhren pro Jahr. Die Einzelteile werden in Deutschland gefertigt und in Berlin veredelt. Bald soll aber sogar jedes Rädchen in der Hauptstadt entstehen: „Spätestens 2008 wird jede Uhr aus Berlin kommen“, plant Müller.

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