Atomkatastrophe in Japan Katastrophenopfer harren bei Regen und Kälte aus

Kälte und Regen setzen den Menschen im Katastrophengebiet zu. Das Wetter ist so schlecht, dass Ministerpräsident Kan nicht zu seinen notleidenden Landsleuten fliegt. Auch aus Fukushima gibt es schlechte Nachrichten.
Update: 21.03.2011 - 07:12 Uhr 5 Kommentare
Kazuyuki Honga sitzt unter blauen Plastikplanen in der japanischen Stadt Kamaishi. Quelle: dapd

Kazuyuki Honga sitzt unter blauen Plastikplanen in der japanischen Stadt Kamaishi.

(Foto: dapd)

TokioZehn Tage nach Erdbeben und Tsunami harren noch 350.000 Menschen in Notunterkünften aus. Zehntausende verbrachten eine weitere Nacht in bitterer Kälte und Regen. Wegen des schlechten Wetters sagte Ministerpräsident Naoto Kan einen geplanten Hubschrauberflug in das Katastrophengebiet am Montag ab. Dort sollte es regnen.

„Wie lange wird das bloß noch andauern“, sagte ein alter Mann dem japanischen TV-Sender NHK. Er verbrachte die Nacht zum Montag mit seiner Frau im Auto. „Was ich mir wünsche, ist eine Behelfsbehausung. Und ein Bad.“ Zwar treffen allmählich Hilfsgüter ein und die Reparaturarbeiten unter anderem an den Gas- und Wasserleitungen sind im Gange, doch vielerorts mangelt es an Heizöl und Öfen.

Das Ausmaß des menschlichen Leids und der wirtschaftlichen Folgen aus der japanischen Dreifach-Katastrophe Erdbeben, Tsunami und Reaktorunfall ist am Montag in gewaltigen Dimensionen sichtbar geworden. Zudem signalisierte zunehmender Druck im Reaktorblock 3 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima 1, dass der Albtraum noch immer nicht vorbei ist.

Nach den Erfolgen vom Wochenende, als der Anschluss von vier der sechs Reaktorblöcke ans Stromnetz gelang und auch die Temperaturen in den mit Wasserwerfern gekühlten Reaktorblöcken stabilisiert wurden, stieg in Block 3 der Druck wieder derart, dass Techniker einen Druckablass in Erwägung zogen. Dabei hatte es in den ersten Tagen der Atomkrise Explosionen von radioaktivem Gas gegeben. „Selbst wenn bestimmte Dinge glatt gehen, wird es auch Rückschläge geben“, sagte Kabinettssekretär Yukio Edano am Montag. „Im Augenblick sind wir nicht so optimistisch, dass es einen Durchbruch gibt.“

Japanische Soldaten begannen am Montagmorgen wieder damit, Reaktorblock vier zu kühlen. In den Reaktorblöcken 5 und 6, den am wenigsten beschädigten, läuft seit dem Anschluss ans Stromnetz die Kühlung wieder; sie gelten inzwischen als sicher. Ebenfalls wieder am Stromnetz sind die Blöcke 1 und 2.

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5 Kommentare zu "Atomkatastrophe in Japan : Katastrophenopfer harren bei Regen und Kälte aus"

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  • Was bitte schön ist denn ein "Strahlenbiologe"? Und wie kommt dieser Experte denn zu seinen kuriosen Einschätzungen? Wie hoch ist denn die "Verstrahlung des Pazifiks"? Wo sind die Fakten, die Beweise und die Annahmen, die hier zugrunde gelegt wurden? Die ebenso falsche wie klischeehafte Behauptung, "Japaner ernåhren sich überwiegend von Fisch" lässt sich ja noch mit Unwissenheit oder auch Ignoranz erklären. Aber es ist befremdlich, daß das Handelsblatt ungeprüft solch einen Schmarrn weiterverbreitet. Und nein, es entschuldigt nicht, dass dieser Unsinn in der FR zu lesen war und der "Experte" vom Handelsblatt lediglich zitiert wird.

  • Wunder? Wen interessiert hier die Meldung von zwei Geretteten wenn es um radioaktive Verseuchung geht, die die gesamte Weltbevölkerung betrifft? Das ist lächerlich, genauso wie die Rechtschreibfehler in diesem Artikel.

  • Einerseits ist die Strahlung so hoch , daß selbst mit BLEIGEPANZERTEN Hubschrauben NICHT mehr gearbeitet werden kann - andererseits liefert sogar die amerikanische Drohne keine Ergebnisse? Die Meßwerte der Belastung von 1800Tonnen Kernbrennstäben - vieles davon offen in riesigen Ruinen liegend - stammen weiterhin noch NUR von dem Betreiber? Wie gut, daß da alles auf dem Weg der Besserung ist!
    (Sonst könnte man ja garnichts mehr glauben?)

  • Ich könnte mir vorstellen, dass der Super-Gau längst stattgefunden hat. Zumindest, wenn man unter Super-Gau eine Kernschmelze mit Explosion des innersten Reaktorkessels versteht. Nach allem, was ich zum Thema gelesen habe, scheint es mir unwahrscheinlich zu sein, dass man Kernschmelze und Explosion bei einem Komplettausfall der Kühlung über Tage verhindern kann. In Tschernobyl flog das Ding schon nach wenigen Minuten der Überhitzung in die Luft. Gespritzt wird jetzt vielleicht nicht mehr zur Kühlung, sondern nur noch, um den radioaktiven Dreck aus der Luft zu waschen...

  • Ich könnte mir vorstellen, dass der Super-Gau längst stattgefunden hat. Zumindest, wenn man unter Super-Gau eine Kernschmelze mit Explosion des innersten Reaktorkessels versteht. Nach allem, was ich zum Thema gelesen habe, scheint es mir unwahrscheinlich zu sein, dass man Kernschmelze und Explosion bei einem Komplettausfall der Kühlung über Tage verhindern kann. In Tschernobyl flog das Ding schon nach wenigen Minuten der Überhitzung in die Luft. Gespritzt wird jetzt vielleicht nicht mehr zur Kühlung, sondern nur noch, um den radioaktiven Dreck aus der Luft zu waschen...

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