Atomruine von Fukushima
Tepco fürchtet Überschwappen der Strahlenbrühe

Der japanische Energiekonzern Tepco sitzt mit der Atomruine von Fukushima auf mehr als 100.000 Tonnen verstrahlten Wassers. Das Fass nuklear verseuchter Brühe droht überzulaufen.
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Tokio

Die Reparaturtrupps in der Atomruine von Fukushima kämpfen gegen zunehmende Mengen an verseuchtem Wasser. Im zerstörten Atomkraftwerk schwappen mehr als 100.000 Tonnen hochgradig radioaktiv verseuchtes Wasser. Das gab der Betreiber Tepco am Freitag bekannt. Der Konzern fürchtet angesichts der nahenden Regenzeit, dass die strahlende Brühe überlaufen könnte. Das würde die atomare Verseuchung erheblich steigern - der Angst vor der radioaktiven Wolke folgte die vor der nuklear verseuchten Welle.

Allein am Vortag war der Wasserstand im Turbinengebäude von Reaktor 2 innerhalb von 24 Stunden um sechs Zentimeter gestiegen Neben Millionen Litern Wasser, die die Reparaturtrupps im AKW zur Kühlung in die Reaktoren pumpten, haben auch starke Regenfälle bei einem Taifun das verseuchte Wasser in der japanischen Atomruine weiter steigen lassen.

Im Reaktor Eins sind laut Tepco 16.200 Tonnen, in Reaktor Zwei weitere 24.600 Tonnen, in Reaktor Drei rund 28.100 Tonnen und in Reaktor Vier 22.900 Tonnen strahlendes Wasser. Rund 13.300 Tonnen seien bereits in einen Auffangbehälter abgepumpt worden.

Die insgesamt 105.100 Tonnen Wasser hätten eine Radioaktivität von geschätzt 720.000 Terabecquerel. Das entspricht dem Dreimillionenfachen der im Jahr erlaubten Menge.

Am 15. Juni will Tepco ein Wasserreinigungssystem in Betrieb nehmen, mit dem täglich 1200 Tonnen gefiltert werden können. Zudem soll Mitte August ein zusätzlicher Auffangtank installiert werden, in den rund 100.000 Tonnen hochgradig verseuchtes Wasser passen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Atomruine von Fukushima: Tepco fürchtet Überschwappen der Strahlenbrühe"

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  • Wann ist Tepco pleite?

    Die schlechten Nachrichten von Tepco reissen nicht ab. Wann ist Tepco pleite? Und was passiert dann? Der Staat darf es dann richten, gemäß der Devise: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Und wahrscheinlich wird nach der Tepco-Pleite erst einmal tagelange nichts gemacht an der Fukushima-Baustelle. Das Nichts-tun dürfte die Situation noch verschlimmern.
    Übrigens: Die deutsche Alternative zu Fukushima ist ein Jumbo Jet der absichtlich oder unabsichtlich in eine AKW Kuppel fliegt. Aber die E.on und RWE Chefs wissen ja: auch in Deutschland wird der Staat die AKW-Sauerei richten. Und weil es so schön ist wird der Staat auf hypothetisch entgangene Gewinne verklagt. Ein bitteschön, dann soll der Staat doch die AKW-Gewinnler auch mal für die Atommüll-Transporte, für den Objektschutz durch Polizei und für das Endlager mal ordentlich zur Kasse bitten. Wir leben immerhin im Kapitalismus. Bei genauer Betrachtung sind die hypothetischen Gewinne nur Makulatur.

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