Atomuhr in Hessen gibt die Zeit vor
Nicht nur der Mensch hat Probleme mit der Zeitumstellung

Die Nacht zum Ostersonntag wird eine Stunde kürzer, denn in der Europäischen Union endet die Sommerzeit. Um 2.00 Uhr springen die Zeiger um eine Stunde auf 3.00 Uhr vor. Nach der Umstellung bleibt es für die kommenden sieben Monate morgens länger dunkel, dafür ist es abends länger hell.

HB BRAUNSCHWEIG. Ein Sender der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig sorgt dafür, dass Funkuhren automatisch „mit der Zeit gehen“. „Wir sind vom Gesetzgeber beauftragt, die Zeit für Deutschland zu verbreiten“, berichtete Dirk Piester, Mitarbeiter im Zeitlabor der PTB.

1980 wurde die Sommerzeit (MESZ) in Deutschland eingeführt, um unter dem Eindruck der Ölkrise von 1973 Energie zu sparen und das Tageslicht besser zu nutzen. „Ein Energiespareffekt ist aber nicht nachweisbar“, sagte Piester. Erst seit 1996 drehen alle EU- Mitgliedstaaten die Uhren zum selben Zeitpunkt am letzten Sonntag im März eine Stunde vor und am letzten Oktober-Sonntag eine Stunde zurück.

Für die Deutsche Bahn AG ist die Umstellung auf die Sommerzeit im Vergleich zu der auf die Winterzeit nach eigenen Angaben verhältnismäßig einfach. Die Aufenthalte von Nachtzügen würden gekürzt, S-Bahnen, die nur in der „fehlenden Stunde“ unterwegs sind, fielen aus, teilte die Bahn mit. Güterzüge starten vor der planmäßigen Abfahrt. So werde es nur geringe Verspätungen geben.

6000 der fast 17 000 Bahnhofsuhren werden per Funksignal gesteuert. Dieses kommt von der impulsgebenden Atomuhr in Mainflingen bei Frankfurt am Main. Von dort strahlt der Langwellensender DCF 77 Zeitsignale an alle öffentlichen und privaten Funkuhren, an die Steuertechnik von Kraftwerken sowie an Ampelanlagen. „Ein Kollege hat die Umstellung bereits in den Computer einprogrammiert“, sagte Piester. Zu technischen Problemen sei es dabei bisher noch nie gekommen.

Probleme können allerdings einige Menschen durch die Umstellung des Bio-Rhythmus bekommen. „Auch eine Art Mini-Jet-Lag von einer Stunde macht den Menschen zu schaffen“, sagte Frank Seiffert, Sprecher der Techniker Krankenkasse Niedersachsen. Die „innere Uhr“ werde durcheinander gebracht - Schlafstörungen und Appetitlosigkeit könnten die Folgen sein. Wer kann, sollte deshalb die ersten Tage nach der Zeitumstellung eine Stunde länger als sonst schlafen, riet Seiffert. So sei eine schonende Anpassung an die Sommerzeit möglich. "Und wer sonst immer einen Mittagsschlaf hält, verzichtet am Besten eine Woche lang gänzlich auf das Nickerchen.“

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