Auch Amerika will sich an Hilfsaktionen beteiligen
Gesundheitsminister: Nach Erdbeben allein in Bam 70.000 Tote und Verletzte

Bei dem verheerenden Erdbeben in Iran wurden offiziellen Angaben zufolge 70.000 Menschen allein in Bam getötet oder verletzt. Helfer aus der ganzen Welt machten sich auf in die zerstörte Region.

HB BERLIN. Erdbebenrettungskräfte aus Deutschland, Russland, Großbritannien, Italien und der Schweiz sind am Samstagmorgen in Iran eingetroffen. Sie seien in Kerman, der Hauptstadt der betroffenen Provinz, gelandet, teilte ein Mitarbeiter des örtlichen Gouverneurs mit.

Hilfsangebote aus Israel wies die Regierung in Teheran dagegen zurück. Man werde die Hilfe aller Länder und aller Organisationen annehmen, nicht aber diejenige eines zionistischen Regimes, berichtet die iranische Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf Regierungskreise. Hilfe aus den USA will Iran dagegen akzeptieren. Washington hatte am Freitag ebenfalls Hilfe angeboten, obwohl die Beziehungen zwischen Iran und den USA angespannt sind und Iran Teil der von Präsident George W. Bush definierten «Achse des Bösen» ist.

Gebraucht werden nach Angaben der iranischen Regierung Spürhunde und Detektoren zum Aufspüren von Überlebenden unter den Trümmern, aber auch Medikamente, Decken, Zelte und Fertighäuser für die obdachlos gewordenen Menschen.

Die Zahl der Toten wurde von der Regierung mit 20.000 angegeben, 30.000 seien verletzt worden. Allerdings geht das Innenministerium davon aus, dass sich die Zahl der Toten noch deutlich erhöhen wird. «Wir gehen davon aus, dass das Ausmaß der Katastrophe sogar noch größer und die Zahl der Opfer viel höher ist, als bislang bekannt wurde», sagte der iranische Innenminister Abdolwahed Mussawi Lari dem staatlichen Rundfunk am Samstag.

Gesundheitsminister Ahmed Peseschkian sagte, 70 Prozent der 100.000 Einwohner der Stadt Bam seien tot oder verletzt.

Der Leiter der medizinischen Fakultät von Kerman, Iradsch Scharifi, geht von 25.000 Toten aus. 5.000 Menschen habe man bereits beerdigt, 20.000 würden noch unter den Trümmern vermutet, sagte Scharifi. Wegen der großen Kälte hätten sie kaum Überlebenschancen.

Während in der zu 60 Prozent zerstörten Stadt Bam wenigstens Helfer am Werk sind, blieben die Bewohner in den Dörfern der Umgebung bislang völlig ohne Hilfe. Wie die Lage dort ist, ist noch völlig unklar.

Wie die deutsche Botschaft in Teheran mitteilte, wurden bei dem Beben drei Deutsche leicht verletzt. Sie seien nach Teheran ausgeflogen worden. Man sei in ständigem Kontakt mit den iranischen Behörden, um zu erfahren, ob es weitere Deutsche Opfer gab, sagte die Sprecherin.

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