Auch Köhler und Schröder erweisen Johannes Paul II. die letzte Ehre
Pilgerheer rollt auf Rom zu

Menschemassen drohen Rom zu überrollen. Unter den Pilgern, die dem Papst die letzte Ehre erweisen wollen, sind aber scheinbar nur wenige Deutsche.

HB ROM. Aus der ganzen Welt wollen Menschen anreisen, um dem toten Papst, den sie so verehrt haben, die letzte Ehre zu erweisen. Manche italienische Zeitungen sprachen am Montag gar von vier Millionen Pilgern. Teil der Menschenmasse werden auch hochrangige deutsche Politiker sein. Angeführt wird der Tross von Bundespräsident Horst Köhler und Bundeskanzler Gerhard Schröder. Auch Außenminister Joschka Fischer und die CDU-Vorsitzende Angela Merkel werden voraussichtlich an der Beisetzung am Freitag im Petersdom teilnehmen.



Sie befinden sich in guter Gesellschaft. Über 200 Staatsoberhäupter aus der ganzen Welt werden für die Trauerfeiern erwartet, darunter US-Präsident George W. Bush, der russische Präsident Wladimir Putin und das spanische Königspaar. Zum Schutz vor einem eventuellen Terrorangriffs wird der Luftraum über der Ewigen Stadt eine Woche lang ständig überwacht. Militärjets stehen jederzeit für einen Einsatz bereit; selbst Flugabwehrraketen wurden bereits in Stellung gebracht.

Um Sicherheit, Schlafmöglichkeiten und Verkehrsmittel für die Massen wie für die Ehrengäste zu gewährleisten, ist bereits ein riesiger Organisations-Apparat in Bewegung gesetzt worden. „In diesen Tagen, die der Beisetzung von Johannes Paul II. vorangehen, bereitet sich Rom auf einen Besucherstrom ohnegleichen vor“, schrieb der römische „Messaggero“. Der Zivilschutz unter Leitung von Guido Bertolaso, der schon andere Großereignisse in Rom wie die Unterzeichnung der Europäischen Verfassung im Mai 2004 geleitet hatte, arbeitet rund um die Uhr. Rund 5000 Freiwillige, etwa 6500 Polizisten und 600 Ärzte wurden mobilisiert. Schon am Montagmorgen waren an jeder Ecke rund um den Petersplatz Ambulanz-Zelte aufgebaut.

Mit den ersten Sonnenstrahlen strömten erneut zahlreiche Pilger zum Petersdom. Sie alle hofften, nach der Aufbahrung am Nachmittag einen letzten Blick auf den toten Pontifex werfen zu können. Manche übernachten seit der Todesnachricht auf dem Platz und haben sich mit Rucksäcken, Kerzen und Schlafsäcken dort eingerichtet. „Die Menschen wollen den Papst nicht gehen lassen“, sagte ein Kommentator im Fernsehen. Für Nicht-Römer sind Zeltunterkünfte auf großen Arealen und in Sportzentren am Rande der Ewigen Stadt geplant. Unzählige Imbissbuden sollen für das leibliche Wohl sorgen.

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