Auch Kupferproduktion betroffen
Erdbeben in Chile verursacht schwere Schäden

Mindestens zwei Tote, mehr als 100 Verletzte und mehrere tausend beschädigte Häuser - so lautet die erste Bilanz des schweren Erdbebens in Chile.

ap MARIA ELENA/CHILE. Der Erdstoß der Stärke 7,7 hatte sein Epizentrum 1.260 Kilometer nördlich der Hauptstadt Santiago, in der Nähe des Dorfs Quillagua am Fuß der Anden. Die Erschütterungen waren bis nach Sao Paulo zu spüren, auf der anderen Seite des Kontinents. Dem ersten Erdstoß am Mittwoch um 12.40 Uhr (16.40 Uhr MEZ) folgten mehrere Nachbeben.

„Ich dachte, meine letzte Stunde hätte geschlagen“, sagte Maria Ines Palete aus Quillagua im staatlichen Fernsehen. In der nahegelegenen Stadt Tocopilla kamen zwei Frauen beim Einsturz ihres Hauses ums Leben, wie die Behörden mitteilten. In die Klinik der Stadt wurden nach Angaben von Direktor Juan Urrutia mindestens 100 Verletzte eingeliefert.

In Tocopilla wurden 100 Häuser zerstört und weitere 2.500 beschädigt. Die betroffenen Bewohner wurden in zwei Schulen untergebracht. In der Kleinstadt Maria Elena wurden nach Angaben von Regierungssprecher Ricardo Lagos Weber 1.200 Häuser beschädigt - das sind 70 Prozent der gesamten Stadt. Das Wasser-, Strom- und Telefonnetz brach zusammen. In der Hafenstadt Antofagasta wurden nach Polizeiangaben mindestens 45 Menschen verletzt.

„Ich war auf der Arbeit, und als ich nach dem Erdbeben nach Hause kam, war verschwunden“, sagte Julio Lopez aus Maria Elena. Die Bewohner versammelten sich bei Einbruch der Dunkelheit auf dem zentralen Platz, um über die Ereignisse zu sprechen.

In der Erdbebenregion befinden sich die größten Kupferminen Chiles. Wegen der Unterbrechung der Stromversorgung wurde die Kupferförderung zeitweise eingestellt. Daraufhin zogen die Kupferpreise an. In London schloss die Tonne drei Prozent höher als am Vortag. Chile ist der größte Kupferproduzent der Welt.

Das Beben ereignete sich in einer geologisch besonders aktiven Region, wo die tektonische Platte von Nazca und die südamerikanische Platte aneinander stoßen. Bei dem letzten großen Erdbeben in Chile kamen am 13. Juni 2005 elf Menschen in der Umgebung von Tarapaca ums Leben. In Chile fand 1960 auch das schwerste Erdbeben des 20. Jahrhunderts statt, bei dem ein Wert von 9,5 gemessen wurde. Damals kamen etwa 5.700 Menschen ums Leben. 1939 verloren 28.000 Menschen bei einem Erdbeben in Chile ihr Leben.

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