Auch Rindfleisch könnte betroffen sein
Dioxin-Skandal durch Industrieöl im Futter

In Irland läuft die Suche nach den Ursachen für den Dioxin-Skandal auf Hochtouren. Offenbar ist Industrieöl im Tierfutter für die hohen Dioxinwerte im Schweinefleisch verantwortlich. Trotz des Skandals will die EU-Kommission will vorerst kein Importverbot für irisches Fleisch verhängen.

HB DUBLIN. Industrieöl im Tierfutter hat nach ersten Erkenntnissen der irischen Behörden den jüngsten Skandal um dioxinbelastetes Schweinefleisch ausgelöst. Das Öl stammte offenbar aus einer Maschine zur Herstellung von Brotkrumen, wie das im Südosten Irlands ansässige Unternehmen Millstream Power Recycling am Montag mitteilte. Aus dieser Fabrik wurde verseuchtes Futter an zehn Schweinefarmen in der Republik Irland und neun weitere in der britischen Provinz Nordirland geliefert. Allein in Irland sollen nun rund 100 000 Schweine getötet werden.

Ob das Öl versehentlich oder aufgrund krimineller Handlungen ins Tierfutter gelangte, war vorerst unklar. Die Ermittlungen seien voll im Gange, teilte die irische Polizei mit. Ein strafrechtliches Verfahren sei dabei nicht auszuschließen. Die Firma Millstream kündigte ihrerseits eine eingehende Untersuchung an, um zu klären, wie „die strikten Vorgaben zur Gesundheit und Sicherheit sowie die hohen Qualitätsstandards des Unternehmens“ verletzt werden konnten.

Der Chefveterinär im irischen Gesundheitsministerium, Paddy Rogan, betonte, das Gros der rund 500 Schweinefarmen im Lande sei nicht von dem Skandal betroffen. Dort könnten die Schlachtungen jetzt fortgesetzt werden. Dabei solle das Fleisch gekennzeichnet werden, um eindeutig klarzustellen, dass es sich um ein „sicheres irisches Produkt“ handele. Es gehe darum, das Vertrauen der Verbraucher wiederherzustellen.

Dies gilt vorerst als erschüttert - insbesondere im Ausland. Japan, Singapur und Südkorea verfügten am Montag ein unbegrenztes Importverbot für irisches Schweinefleisch. So weit wollte die Europäische Union nicht gehen. Man betrachte die von den irischen Behörden ergriffenen Maßnahmen als ausreichend, erklärte eine EU-Sprecherin in Brüssel. Die zehn betroffenen irischen Schweinezüchter dürften kein Schlachtvieh mehr auf den Markt bringen. Die übrigen EU-Staaten seien angehalten, alle seit dem 1. September aus Irland importierten Schweinefleischprodukte zu testen.

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