Auf dem XX. Weltjugendtag will der Papst keine Extrawurst
Rekordverdächtiges Abendmahl

Vitamine, Spurenelemente, Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate: Nahrhaft und sättigend soll es sein, was die Jugend der Welt vom 16. bis 21. August in Köln isst. 6,2 Millionen Mahlzeiten. Und jede einzelne muss beim XX. Weltjugendtag zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Aber nicht nur das: Schmecken soll es natürlich auch, was da fünf Tage lang zum Frühstück, Mittag- und Abendessen verteilt wird.

KÖLN. „Eine logistische Herausforderung, bei der einem so richtig heiß wird“, sagt Martin Fritz – und seufzt. Der Bereichsleiter Pilgerwesen der Weltjugendtag gGmbH ist zuständig für die Versorgung von rund 400 000 registrierten Pilgern, 600 Bischöfen, mehreren Chören, 4000 Medienvertretern – darunter rund 1000 Menschen mit Behinderung, die Sonderverpflegung benötigen – sowie etwa 20 000 Helfern. Diese Zahlen haben den 50-jährigen Unternehmensberater anfangs ein paar schlaflose Nächte gekostet.

Inzwischen aber stehen – auch dank des Erfahrungsaustauschs mit den Organisatoren der letzten Weltjugendtage in Rom und Toronto – Menüplan und Verteilung. Die Lager in Köln-Porz und Düsseldorf sind prall gefüllt mit 5000 Tonnen Nahrungsmitteln, Besteck, Servietten und Getränkeflaschen. Allein 252 Tonnen Äpfel wurden angeliefert: 120 Lastwagenladungen. Auf 60 Quadratmeter Lagerfläche stapeln sich mannshoch Papierservietten, vom Gebirge der Müslipackungen ganz zu schweigen.

Heiß dürfte es also bald weniger Organisator Fritz als vielmehr den rund 600 Köchen in 262 „Mobrests“, mobilen Restaurants, werden: 7,5-Tonnen-Lastwagen, die jeweils mit Gasbrenner, Zelt und Ausgabetischen bestückt sind. Die Mitarbeiter der Sodexho Weltjugendtag Catering GmbH ziehen in den Küchenwagen täglich an 134 zentralen „Verpflegungsausgabeorten“ die Kochlöffel. Und zwar durch Pfannen mit einem Durchmesser von 1,05 Meter. Das Gewicht der Riesenpfannen: 18 Kilogramm. 400 Portionen werden darin auf einen Streich gebrutzelt. Die Pfannen, eine Sonderanfertigung aus Italien, werden nach dem Großereignis versteigert – meistbietend auch jene, aus denen Papst Benedikt XVI. gegessen haben wird.

Denn der Heilige Vater hat ausrichten lassen, dass er beim Weltjugendtag dort mitisst, wo er gerade ist. Die Köche stecken das Essen in kompostierbare Kartons aus Maisstärke. 3500 Helfer verteilen sie an die Pilger: „Jeweils sechs Portionen in einem Karton, um das Gemeinschaftserlebnis um gemeinsame Mahlzeiten zu ergänzen“, so Martin Fritz. Weil die Speisung der Christen anders überhaupt nicht zu bewältigen wäre, geben die Helfer zeitgleich Pakete aus: handliche Tüten mit dem Abendessen, das jeder dort einnimmt, wo er gerade eine Veranstaltung besucht.

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