Auf den 19-Jährigen warten harte Zeiten: Alexander ist Deutschlands „Superstar"

Auf den 19-Jährigen warten harte Zeiten
Alexander ist Deutschlands „Superstar"

Vom Nobody zum „Superstar“: In nur wenigen Monaten hat RTL aus dem 19-jährigen Schüler Alexander Klaws Deutschlands ersten „Superstar“ gemacht. Die Fernsehzuschauer wählten Alexander in der Nacht zum Sonntag zum Sieger der Erfolgsshow „Deutschland sucht den Superstar“. Jetzt wird er mit einem Plattenvertrag ausgestattet, erhält 250 000 € Vorschuss auf seine zu erwartenden CD-Umsätze und lässt sich schon als Deutschlands Antwort auf Robbie Williams feiern, der sein großes Vorbild ist.

HB/dpa KÖLN/SENDENHORST/HAMBURG. Der Sänger aus dem westfälischen Örtchen Sendenhorst setzte sich mit 70,1 % der Telefonstimmen im Finale in Köln gegen die 22- jährige Juliette Schoppmann aus Hamburg durch. Ausschlaggebend für seinen Sieg waren nicht unbedingt seine musikalischen Fähigkeiten, sondern vermutlich die vielen weiblichen Fans, die für ihn stimmten. Doch seine Kontrahentin Juliette, die mit ihrer Gesangsausbildung Alex im Wettbewerb meist „technisch“ überlegen war, räumte neidlos ein: „Es war genau die richtige Entscheidung - er wird unser Land repräsentieren.“

In seiner Heimat wurde ordentlich gefeiert. „Ein Alex K. - Superstar“ hallte es durch die Reithalle in Sendenhorst. Als um Punkt 0.42 Uhr der klare Sieg für den mittlerweile berühmtesten Sohn der Kleinstadt feststand, gab es kein Halten mehr. Jugendliche, Kinder und Eltern fielen sich in die Arme, Wunderkerzen wurden angezündet, später fuhren hupende Autokolonnen durch die 13 000-Einwohner-Stadt. Bürgermeister Werner Dufhues schmiedete erste Pläne mit dem neuen „Promi“: „Ich weiß zwar nicht, wann er mal wieder in seine Heimatstadt kommt, aber wir werden ihm einen tollen Empfang bereiten. Und er muss unbedingt hier ein Konzert geben“, sagt der 60-Jährige.

Auch für Juliette knallten die Sektkorken - und das gleich an zwei Orten: Am Hafen ihres Heimatortes Stade vor den Toren Hamburgs bejubelten rund 700 Fans den Auftritt ihres Lieblings im strömenden Regen. Im Hamburger Delphi-Showpalast trafen sich rund 300 Juliette- Anhänger. Zunächst war das Musical „Time after Time“ zu sehen, für das die 22-Jährige vor ihrer „Superstar“-Zeit auf der Bühne gestanden hatte. „Juliette war immer die Beste“, meinte Linn Schwalbach vom „1. Juliette Fanclub“, doch „Superstar“ wurde nun einmal Alex.

Und neben Alex sind aus dem Castingwettbewerb, zu dem ursprünglich 10 000 Kandidaten angetreten waren, noch drei weitere Gewinner hervorgegangen: Der Sender RTL feierte mit den Samstagabendshows einen nicht geahnten Quotenerfolg. Seit Januar schauten regelmäßig mehr als zehn Mill. Zuschauer zu, beim Finale sogar 12,84 Mill. (Marktanteil: 40,1 %). „Wir haben uns viel versprochen von der Show, aber solch einen Erfolg hätten wir doch nicht erwartet“, sagte RTL-Geschäftsführer Gerhard Zeiler.

Im Herbst werde die Sendung neu aufgelegt, das Format bleibe gleich. Über die Zukunft des Moderationsteams Michelle Hunziker und Carsten Spengemann wollte Zeiler keine Angaben machen. Finanziell dürfte sich das Experiment gelohnt haben. Allein beim Finale packte RTL drei volle Werbepausen mit insgesamt 18 Minuten Länge in die Show - eine Bruttoeinnahme von rund 2,3 Mill. €. Der Sender ist auch an der Vermarktung der noch kommenden Tonträger beteiligt.

Auch die Plattenfirma BMG profitiert vom RTL-Castingwettbewerb, und natürlich Jurymitglied Dieter Bohlen, der mit dem Titel „Take Me Tonight“ auch im Finale einen neuen Song präsentierte. Der neue Titel musste von beiden Finalteilnehmern gesungen werden. Zuvor hatte Alexander das Publikum mit den Titeln „She's The One“ und „Maniac“ auf seine Seite gebracht. Jury-Mitglied Thomas M. Stein, Deutschland- Chef von BMG, bescheinigte ihm eine „professionelle Entwicklung“.

Auf Alexander warten harte Zeiten: Er wird durch Talkshows geschleust, muss Promotion-Auftritte absolvieren und wird manchmal auch singen - so zum Beispiel nächste Woche beim Videodreh zu „Take Me Tonight“ in Prag. An den Umsätzen seiner Platten wird er mit mindestens zehn Prozent beteiligt. Sollte es zu einem weltweiten oder zumindest europaweiten Wettbewerb der nationalen „Superstars“ kommen, bleibt seine Gage laut Vertrag mit 2000 € eher dürftig.

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