Auf Eisscholle abgetrieben
Eisbär "Ófeig" erschossen

Der vor Island verirrte Eisbär ist am Dienstagabend von Scharfschützen der Polizei erschossen worden. Eigentlich war eine Rettungsaktion geplant. Der Bär hätte diese aber ohnehin nicht überlebt, sagt jedenfalls ein Experte.

HB REYKJAVIK/KOPENHAGEN. Wie ein isländischer Behördensprecher mitteilte, war der Ófeig ("Der nicht sterben soll") genannte Bär "in Panik" auf eine Gruppe Journalisten an der Küste von Nordisland losgestürmt. "Wir hatten keine andere Wahl", sagte der Sprecher.

Der Bär sollte eigentlich nur betäubt und von Spezialisten des Kopenhagener Zoos entweder in seine Heimat Grönland oder in den Zoo von Dänemarks Hauptstadt gebracht werden.

Das Tier war ebenso wie zwei Wochen zuvor ein Artgenosse von der 500 Kilometer entfernten Polarinsel auf Eisschollen nach Island getrieben worden, wo Eisbären sonst nicht leben. Auch dieser Eisbär war damals von Polizisten erschossen worden.

Der dänische Tierarzt Carsten Grøndahl berichtete heute einem Rundfunksender, dass der Eisbär durch Alter, Verletzungen und die lange Irrfahrt auf dem Atlantik stark geschwächt war. Grøndahl war eigens aus Kopenhagen eingeflogen, um den von Grönland auf Treibeis angetriebenen Eisbären einzufangen und in seine Heimat oder in den Kopenhagener Zoo zu bringen.

Wegen des schlechten Allgemeinzustandes hätte der Eisbär wahrscheinlich auch ein Betäubungsmittel nicht überlebt, sagte der Tiermediziner.

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