Auf Spurensuche mit Dropbox
Der dümmste Smartphone-Dieb aller Zeiten?

Einer jungen Frau ist während des Urlaubs das Smartphone gestohlen worden. Jetzt tauchen im Netz Bilder vom mutmaßlichen Dieb auf. Möglich wird das durch einen immer stärker verbreiteten Dropbox-Account.
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Man kennt das ja: Im Urlaub sinkt bekanntlich schon mal die Hemmschwelle. So geschehen bei einer deutschen Ibiza-Touristin, die sich, kaum auf der Balearen-Insel angekommen, mit ihren Freundinnen betrunken ins kühle Nass stürzte. Die Hüllen fielen, alles wurde zehn Meter vom Strand entfernt auf einen Liegestuhl abgelegt, auch Portemonnaie und, fatalerweise, das Smartphone – man könnte es jugendlichen Leichtsinn nennen.

Die Touristin vernahm noch Geräusche unter der Liege, doch mit der Risikoeinschätzung ist es bekanntlich nicht so weit her, wenn die sommerlichen Fluten locken. 15 Minuten später das böse Erwachen: alles weg. Unterwäsche, Pässe, Geld und, am schlimmsten, das Android-Smartphone.

„Das fühlte sich echt ätzend an", schreibt die deutsche Ibiza-Urlauberin später in ihrem Blog. Einige Monate später tauchen seltsame Bilder im Dropbox-Account auf ihrem Computer auf. Die Frage steht im Raum: Wer ist der junge Mann in einstudierten Posen vorm Burj-al-Kalifa, am Strand oder am Pool, fragt sich die deutsche Bloggerin, die es vorzieht, lieber namenlos zu bleiben.

Dafür erfährt sie aber den Namen des mutmaßlichen Diebs: Hafid. Woher sie das weiß? Er schreibt ihr auf Facebook – von seinem eigenen Account. Die Login-Daten aus Dubai verraten ihn dabei. Gleichzeitig gehen bei ihren Freundinnen seltsame Anrufe eines arabisches Mannes auf Skype ein. Der Smartphone-Besitzer nutzt seine neue Errungenschaft inzwischen in vollen Zügen. Hafid muss allerdings nicht der echte Dieb sein. Er könnte das gestohlene Handy auch vom Dieb gekauft haben.

Gepostet und gepostet wird weiter, die Bilder fließen wie selbstverständlich in die Dropbox ein. Die Synchronisierung funktioniert ähnlich wie bei Apples iCloud: Einmal ein Foto geschossen, wird dies in der Datenwolke gespeichert, sofern die Einstellung  dazu aktiviert worden ist.

Seite 1:

Der dümmste Smartphone-Dieb aller Zeiten?

Seite 2:

Die Botschaft ist noch nicht bei Hafid angekommen

Kommentare zu " Auf Spurensuche mit Dropbox: Der dümmste Smartphone-Dieb aller Zeiten?"

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  • Zitat: ........Apple schließlich die App „Find my iPhone“ gelauncht, mit der man das Apple-Smartphone auch aus der Ferne löschen kann.

    Androidlost.com heißt das Gegenstück dazu.

    Sowas zu recherchieren würde ich als "Journalismus im Sinne des Lesers" bezeichnen.

    Hier zu sagen, das kann ja nur das iPhone ist irreführung. Nein, ich bin kein Schelm und denke nichts böses dabei.
    Wird wohl nur Nachlässigkeit sein....

  • Kein Bericht landet heute noch zufällig in den Medien, Vieles wird von viralen Agenturen vorbereitet und viele Medien filtern den Wahrheitsgehalt ungefähr so gut wie Twitter.
    Schon mal drüber nachgedacht, ob nicht einfach die Firma Dropbox mal schnell ein paar Umsätze generieren muss?

  • Wieso denn jetzt der dümmste Smartphone-Dieb?

    Hier lese ich über die bekloppteste Touristin:
    Nackt in betrunkenem Zustand Baden gehen.. tzZ
    1. Lebensgefahr
    2. Provokation gegenüber Testosterongeplagten Männern
    3. Dieben ein leichtes Spiel gemacht
    4. Niveaulos
    Genau das scheint die Wunsch-Klientel der Smartphone-Hersteller zu sein.
    Hirn ausschalten, Smartphone einschalten.
    Wenn man mal ausnahmsweise nicht in Apps, Facebook, Twitter oder all dem anderen virtuellen Müll rummurkst (Was ist eigentlich die Essenz daraus? Der Sinn? Der Nutzen?) - dann säuft man sich eben einen an.
    Tolle Mitmenschen.

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