Auf US-Militärfriedhöfen
Schwulen-Diffamierung soll ein Ende haben

Ihren Protest gegen die tolerante Einstellung der USA zur Homosexualität äußert eine amerikanische Christengruppe ausgerechnet auf Militärfriedhöfen während Beisetzungen von Kriegsgefallenen. Dem will das US-Repräsentantenhaus nun einen Riegel vorschieben.

HB WASHINGTON. Das US-Repräsentantenhaus hat eine Gesetzesvorlage verabschiedet, die Proteste einer schwulenfeindlichen Christengruppe auf Militärfriedhöfen stoppen soll. Während der Sitzung der Kongress-Kammer am Dienstag erzählten die Abgeordneten von Vorfällen in ihren Distrikten, bei denen Mitglieder der Westboro Baptist Church Hinterbliebene belästigt und beleidigt hätten. Die Mitglieder der Kirche aus Topeka im Bundesstaat Kansas sind der Ansicht, dass der Tod von US-Soldaten Gottes Strafe für die tolerante Einstellung der USA zur Homosexualität ist. Der Senat muss dem Entwurf noch zustimmen.

Das Gesetz würde die Proteste in einem Zeitraum zwischen einer Stunde vor und einer Stunde nach der Beisetzung verbieten. Demonstranten müssten zudem 500 Fuß (etwa 150 Meter) Abstand halten. Das Gesetz würde für den Nationalfriedhof Arlington nahe Washington und anderen Friedhöfen gelten, die von der Bundesbehörde für Veteranen gepflegt werden.

Die Mitglieder der Westboro-Christengruppe erscheinen zu den Beisetzungen mit Plakaten, auf denen zum Beispiel „Thank God for Dead Soldiers“ (etwa: „Dankt Gott für tote Soldaten“) steht. Auf der Internet-Seite der Kirche heißt es zudem zu einer Meldung über zehn getötete Soldaten in Afghanistan: „Wir wünschen uns, es wären 10.000“. Zudem sind dort schwulenfeindliche Parolen zu lesen. Als Gegenbewegung zu der Kirche haben sich tausende Motorradfahrer als „Patriot Guard Riders“ zusammengeschlossen. Sie fahren zu den Beisetzungen, um die Trauernden von den Protesten abzuschirmen. Die Abgeordneten lobten bei der Debatte über die Gesetzesvorlage am Dienstag ausdrücklich den Einsatz der Motorradgruppe.

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