Aufschwung
Konjunktur-Indikator Keks

Der Konjunkturaufschwung ist in den Konferenzen angekommen. Das beweist der gestiegene Keks-Konsum. Denn mit dem Ende der Sparwut hat sich der Verzehr von Schokokeksen, Spritzgebäck und Spekulatius in den Unternehmen drastisch erhöht.

DÜSSELDORF. Wohl dem, der in der Vorweihnachtszeit bei den Kölner Arbeitgebern zu Gast ist. Dem werden die Sitzungen mit Selbstgebackenem versüßt. Alexander Nothhelfer, Küchenmeister des Arbeitgeberverbandes der Metall- und Elektroindustrie Köln, lässt es sich nicht nehmen, frisch duftendes Gebäck in die Konferenzzone zu tragen. Tagesfrisch. „Es schmeckt einfach besser, ist individueller und schafft einen appetitlichen Gesprächseinstieg“, sagt der Koch.

Weil die Selbstfabrizierten so köstlich sind, braucht Nothhelfer Hilfe, um nachzukommen. Das Heinzelmännchen – fleißiger Nachtarbeiter in Kölner Tradition – ist in diesem Fall weiblich: Nothhelfers Ehefrau ist eine begnadete Hobbybäckerin. Von Spritzgebäck über Zimtsterne bis zu Nuss- und Mandelkerngebäck hat sie alle Klassiker im Repertoire.

Eine Statistik darüber, ob die Zahl der Sitzungen signifikant steigt in der Adventszeit, führen die Arbeitgeber zwar nicht. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass Sitzungsmüdigkeit von den Nothhelfers einfach weggebacken wird.

Von solch süßen Stimmungskanonen konnten Meeting-Geplagte in anderen Unternehmen in den vergangenen Jahren nur träumen. Sparsam wurden Jumbopackungen Kekse gekauft. Angebrochen lagerten sie im Schrank und schmeckten muffig, wenn die Pappschachtel nicht schnell genug leergefuttert wurde. Einzig die Discounter konnten sich freuen. Für alle anderen war es ein Aufruf zur Diät.

Bis vor kurzem. Jetzt ist nämlich der Konjunkturaufschwung in den Konferenzen angekommen. Endlich sind für Manager auf Muss-Meetings bessere Zeiten angebrochen. Das jedenfalls melden Konferenzkekslieferanten vom Massenhersteller Bahlsen über das schon feinere Haus Leysieffer bis zum Traditionshandwerker Maushagen.

Deutschlands Keksimperium in Hannover liest die Wiederkehr der süßen Sitzungen am Sortiment ab: Die Mischungen „First Class“ und „Selection“ werden geordert – Keks-Röllchen und Waffeln mit Schokoladenüberzug, Vanillekipferl und Minis mit Cremefüllung. Beide Mischungen kosten rund 30 Euro das Kilo.

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