Aufwärtsbewegung fehlte beim Beben am Sonntag
Experte: Tsunamis nur nach bestimmten Beben

Das Ausbleiben eines großen Tsunamis nach dem neuen Beben im Indischen Ozean hängt nach Einschätzung des Potsdamer Geoforschers Prof. Jochen Zschau vor allem mit der Art des Bebens zusammen.

HB POTSDAM. „Es kann keine erhebliche Aufwärtsbewegung des Meeresbodens stattgefunden haben“, sagte der Erdbebenexperte vom Geoforschungszentrum (GFZ) Potsdam am Dienstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Stärke eines Bebens sei nur eine der Voraussetzungen für die Entstehung von Tsunamis. „Es muss auch eine Vertikalverschiebung nach oben oder nach unten geben, so dass die Wassersäule darüber entweder ruckartig komprimiert oder gedehnt wird“, erläuterte Zschau.

Bei dem aktuellen Beben habe es vermutlich vor allem horizontale und nur sehr geringe vertikale Verschiebungen gegeben. „Ich denke, dass das schon im Meterbereich sein müsste, um einen kräftigen Tsunami zu erzeugen“, sagte Zschau.

Für die Stärke eines Tsunamis sei zudem die Tiefe des Erdbebenherdes entscheidend. „Es kommt darauf an, wie stark die Bewegungen am Meeresboden sind, und das hängt natürlich davon ab, wie weit weg der Herd selbst ist“, sagte der Wissenschaftler. Liege der Herd relativ dicht unter dem Meeresgrund, sei die Gefahr eines Tsunamis groß. Dies sei auch bei dem aktuellen Beben der Fall gewesen. „Man hätte auch mit einem Tsunami rechnen können“, sagte Zschau. Das GFZ ist maßgeblich am Aufbau des geplanten Tsunami- Frühwarnsystems für den Indischen Ozean beteiligt.

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