Augsburg 1520
Geld, Macht und Politik

Geld macht bekanntlich nicht glücklich – doch es sichert erheblichen Einfluss. Das ist nicht nur heute so, wo Milliardäre wie Warren Buffett und Bill Gates sich nicht nur in ihr Unternehmen, sondern auch in die Entwicklung der Gesellschaft einbringen. Es war schon von mehreren hundert Jahren so, als der Augsburger Kaufmann Jakob Fugger, genannt Jakob der Reiche, seiner Familie zu großer politischer Macht verhalft. Nachzuspielen ist dies in dem Alea-Spiel „Augsburg 1520“

DÜSSELDORF. Erst einmal müssen wir eine Phase stärkerer Persönlichkeitsspaltung durchlaufen, denn in diesem Spiel kommt Jakob der Fugger gleich mehrfach vor. Jeder der Spieler repräsentiert den Kaufmann, der im späteren Spielverlauf noch als Freiherr, Graf und Fürst den Adelsstand erklimmt. Eine gespaltene Persönlichkeit auf dem Spielbrett, sozusagen.

Wie ist die Karriere des Fuggers möglich? Mit Geld. Der Adel in Deutschland ist schließlich chronisch klamm – und lässt sich gegen das ein oder andere Privileg gerne mit Geld von der reichen Augsburger Familie aushelfen. Die jeweiligen Schuldscheine, mit denen wir Runde für Runde bei den Adligen hausieren gehen, bringen uns stets neue Privilegien ein, durch die wir unser Haus weiter entwickeln. Faktisch findet das im Rahmen einer Versteigerung statt. Als multipler Jakob treten wir bei je einem Adligen an, präsentieren ein oder mehrere Schuldscheine und lösen diese ein – vorausgesetzt, dass wir den höchsten Schuldschein besitzen.

Da wir mehrere Adlige abklappern wird jeder Spieler zu seinem Recht kommen – wobei es trotzdem entscheidend ist, die Gebote gut abzuwägen. Denn der siegreiche Spieler muss für die Privilegien auch all seine Schuldscheine wieder abgeben, hat in der nächsten Runde also schlechtere Chancen. Auch müssen wir auf eine gesunde Entwicklung unseres Hauses achten, denn Reichtum und Prestige bringen nur dann etwas, wenn die Familie auch das Allgemeinwohl im Auge hat. Wer keine Kirche baut, kann nicht mehr als 25 Prestigepunkte erreichen, für mehr als 45 Punkte ist sogar der Bau eines imposanten Doms vonnöten. Es gewinnt, wer nach sieben Runden die meisten Prestigepunkte gesammelt hat.

Augsburg 1520 ist ein interessantes Versteigerungsspiel, bei dem – wie so oft bei Alea – mehrere verschiedene Mechanismen gelungen ineinandergreifen. Die Ravensburger-Tochter hat mit diesem Spiel wieder einmal einen Leckerbissen für leidenschaftliche Spieler auf den Markt gebracht, die Wert auf komplexe Abläufe legen. Für das erforderliche ausgiebige Regelstudium entschädigt uns Augsburg 1520 anschließend durch eine gute Dreiviertelstunde Spielspaß.

Augsburg 1520Alea

2 – 5 Spieler ab 12 Jahren
ca. 45 min
ca. 15 Euro
www.aleaspiele.de

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