Aus Gefängnis entflohen
Drogenbaron Guzmán erneut aus Gefängnis in Mexiko entkommen

Er gilt als einer der mächtigsten Drogenbosse weltweit. Nun ist Joaquín „El Chapo“ Guzmán aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko entkommen. Es ist seine zweite geglückte Flucht.
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Mexiko-Stadt
Zum zweiten Mal ist der berüchtigte Drogenbaron Joaquín „El Chapo“ Guzmán aus einem Hochsicherheitsgefängnis in Mexiko entkommen. Die Sicherheitskommission des Landes teilte am späten Samstagabend (Ortszeit) mit, er sei zuletzt in der Nähe der Duschräume des 90 Kilometer vor Mexiko-Stadt gelegenen Altiplano-Gefängnisses gesehen worden. Überwachungskameras hätten ihn dann aus ihrem Blickfeld verloren. Bei der Überprüfung seiner Zelle sei festgestellt worden, dass diese leer sei.

Guzmán, der Chef des mächtigen Sinaloa-Kartell war, gilt als einer der mächtigsten Drogenhändler der Welt. Er saß seit Februar 2014 in Haft. Zuvor war er 13 Jahre gesucht worden, nachdem er aus einem Gefängnis ausgebrochen war. Er ist auch in den USA wegen Drogenhandels angeklagt. Bei der US-Rauschgiftbehörde steht er auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher. 2014 wurde sein Alter mit 56 Jahren angegeben, es kursieren allerdings verschiedene Geburtsdaten.

Unmittelbar nach dem erneuten Ausbruch sei in der Gegend um das Gefängnis ein Sucheinsatz gestartet worden, teilte die Sicherheitskommission mit. Die Flüge vom Toluca-Flugplatz nahe der Haftanstalt seien ausgesetzt worden, hieß es. Das Sinaloa-Kartell ist die einflussreichste Drogengang Mexikos, es soll die Hauptumschlagsplätze für Drogen an der Grenze zu den USA kontrollieren. Sein Einflussbereich dehnt sich durch Nordamerika aus und erstreckt sich bis Europa und Australien. Das Kartell ist stark an dem blutigen Drogenkrieg der letzten Jahre in Mexiko beteiligt, in dem bereits mehr als 100.000 Menschen gestorben sein sollen.

Guzmán war zuvor 1993 in Guatemala gefasst worden. Er wurde nach Mexiko ausgeliefert und wegen Mords und Drogenhandels zu 20 Jahren Haft verurteilt. Mit der Hilfe von Gefängniswärtern gelang ihm jedoch 2001 die Flucht aus einem anderen Hochsicherheitsgefängnis, dem Puente Grande im Staat Jalisco im Westen des Landes. Er soll damals mit einem Fahrzeug der Wäscherei entkommen sein - es gibt allerdings verschiedene Versionen seiner Flucht.

Danach entwickelte sich Guzmán zum mächtigsten Drogenhändler der Welt. Sein Vermögen wuchs auf geschätzt mehr als eine Milliarde Dollar (890.000 Millionen Euro) an, wie das Magazin „Forbes“ schrieb, das ihn auf einer Liste der weltweit mächtigsten Menschen führte und ihn unter anderem über die Präsidenten Frankreichs und Venezuelas setzte.

Guzmán war bekannt dafür, Einheimische und Behörden zu schmieren, die ihn dann vor Razzien warnten. Aufgestöbert wurde er schließlich am 22. Februar 2014 in dem Urlaubsort Mazatlán am Pazifik, wo er sich mit seiner Frau und seinen Zwillingstöchtern versteckt hatte. Er wurde ohne einen Schusswechsel festgenommen.

Zuvor allerdings hatten die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt des Staats Sinaloa, Culiacan, mehrere Tage lang nach ihm gesucht. Dabei entdeckten sie Häuser, in denen sich Guzmán vermutlich aufgehalten hatte. Diese hatten stahlverstärkte Türen und sorgfältig konstruierte Tunnelsysteme, die ihm eine Flucht durch die Kanalisation ermöglicht hätten.

Anfang des Jahres hatte der damalige mexikanische Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam der Nachrichtenagentur AP gesagt, die Abschiebung des Drogenbosses in die USA würde seinem Land viel Geld sparen. Es sei allerdings eine Frage der nationalen Souveränität, ihn im Land zu halten. Er wies Bedenken zurück, Guzmán könne ein zweites Mal entkommen. Dieses Risiko gebe es nicht. Murillo Karam ist mittlerweile durch Arely Gomez ersetzt worden.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur

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