Aus Mangel an Beweisen
Angeblicher Stasi-Auftragsmörder wird aus Haft entassen

Der angebliche Stasi-Auftragsmörder, der erst im September verhaftet worden war, kommt wieder auf freien Fuß. Der Bundesgerichtshof habe auf Antrag von Generalbundesanwalt Kay Nehm (Bild) den Haftbefehl aufgehoben, teilte Nehms Sprecherin am Mittwoch in Karlsruhe auf Anfrage mit.

HB KARLSRUHE. Nach dem derzeitigen Erkenntnisstand sei seine Mitwirkung an einem „konkreten, beschreibbaren Tötungsgeschehen“ nicht nachweisbar. Der Tatverdacht gegen den 53-jährigen Berliner bestehe allerdings fort. Es seien aber zunächst langwierige Ermittlungen erforderlich.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Mann vor, zwischen 1976 und 1987 als Angehöriger eines Spezialkommandos im Auftrag der DDR mehrere Menschen getötet zu haben, die aus Sicht des Regimes Verrat begangen hatten. Allerdings fehlt nach Medienberichten bisher eine Leiche - die Ermittler konnten ihren Vorwurf bisher nicht durch konkrete Mordfälle untermauern. Gerüchte, wonach beispielsweise der erschossene DDR-Finanzminister Siegfried Böhm oder der in Zürich ermordete Fluchthelfer Hans-Ulrich Lenzlinger Opfer des angeblichen „Stasi-Killers“ waren, haben sich nach einem Bericht des „Spiegel“ als haltlos erwiesen.

Nehm hat nun mangels handfester Beweise selbst die Freilassung des Mannes erwirkt. Nach den Worten seiner Sprecherin Frauke-Katrin Scheuten haben die bisherigen Ermittlungen allerdings „zahlreiche Ermittlungsansätze erbracht, denen nunmehr in kriminalistischer Kleinarbeit nachzugehen sein wird“.

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