Ausbau des Kanals
Oh, wie zankt sich Panama

Im vergangenen Jahr haben die Kanalgebühren 600 Millionen Dollar zum Staatshaushalt Panamas beigetragen – das waren 40 Prozent der Staatseinnahmen. Dank des Kanals ist das zentralamerikanische Land zu einem Dienstleistungszentrum geworden. Anders als in anderen Staaten der Region tragen Handel, Banken und Transport mit 80 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt bei. Exporte wie Kaffee und Bananen spielen nur eine geringe Rolle.

„Der Kanal ist das größte Gut unseres Landes“, sagt ACP-Manager Stanley Muschett. Seine 9 000-Mitarbeiter-Behörde residiert auf einem Hügel am Rande von Panama-Stadt in einem neoklassizistischen Prachtbau mit Marmorsäulen. Drinnen unter der Kuppel erinnern Wandgemälde an die Mühsal des Baus.

Ein Blick auf die Bucht im Pazifik vor Panama-Stadt zeigt die Mühsal des Kanals anno 2006: Dutzende Autotransporter, Container-Schiffe und Öltanker liegen vor dem Kanal vor Anker – Stau. Der dauert für manche Schiffe bis zu eine Woche. Schneller geht es, wenn reserviert wurde – ein Jahr im Voraus. „Wir müssen den Kanal an die neuen Bedingungen anpassen“, sagt ACP-Manager Muschett.

Nachdem Panama am 31. Dezember 1999 den Wasserweg von den USA in Besitz genommen hat, ist das Frachtaufkommen stetig gestiegen. Vor allem der Handel Asiens mit den USA, der zum Großteil über den Kanal abgewickelt wird, hat rasant zugenommen. „Wir können die Vielzahl der Schiffe nicht mehr angemessen schnell abfertigen“, sagt Muschett.

Darüber hinaus ist der Panamakanal zu klein für die neuen Containerfrachter der Post-Panamax-Klasse, die bis zu einen halben Kilometer lang und 50 Meter breit sind. 300 dieser Giganten sind auf den Weltmeeren unterwegs – 2010 dürften es doppelt so viele sein. Aber die Gatún- und die Miraflores-Schleuse des Kanals sind maximal 305 Meter lang und 33,50 Meter breit. Will Panama konkurrenzfähig bleiben, muss der Kanal wachsen. Zwei neue, um ein Drittel größere Schleusensysteme an beiden Ende sollen das ermöglichen. Die Bedenken der Ausbaugegner sucht ACP-Mann Muschett zu entkräften. Riesige Auffangbecken würden den Bau von Stauseen unnötig machen.

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