Ausbau des Kanals
Oh, wie zankt sich Panama

„Muschett und die ACP lügen“, sagt hingegen Ariel Rodríguez, Assistenzprofessor an der Universität von Panama: „Die neuen Schleusen beschleunigen die Versalzung der Flüsse und des Gatun-Sees und führen so mittelfristig zu einer Verknappung des Trinkwassers. Zudem werden Zehntausende Hektar Wald vernichtet“, sagt der 35-jährige Biologe.

„Muschett und die ACP lügen“, sagt auch Héctor Endara. Der 53-Jährige war bis vor zwei Jahren Chef der katholischen Hilfsorganisation Caritas in Panama. Die Kanalverwaltung habe in den ersten Entwürfen zum Ausbau Stauseen geplant, sagt Endara. „Sie haben Abstand davon genommen, weil sonst die Kosten der Erweiterung auf sieben Milliarden Dollar gestiegen und die Proteste der Umweltschützer lauter geworden wären.“ Aber spätestens fünf Jahre nach Ausbau würde das Wasser knapp und so doch Stauseen notwendig werden, versichert Endara. Dann aber würden Hunderttausende Hektar Ackerland westlich des Kanals überflutet oder trockneten aus. „Landflucht und Umsiedlung von rund 100 000 Familien sind dann unumgänglich.“

Auch Fernando Manfredo wird am Sonntag mit „No“ stimmen. Der Ex-Chef der Kanalverwaltung glaubt wie viele andere auch, dass der Ausbau ein Vielfaches der kalkulierten 5,25 Milliarden Dollar kosten werde. Manfredo hält den Ausbau für überflüssig: „Der Kanal kann mit konservativen Modernisierungsmaßnahmen wettbewerbsfähig gehalten werden.“ Was er damit meint?

Allein eine vollständige Ausleuchtung würde erlauben, den Kanal besser zu nutzen. Denn bisher können große Containerschiffe den Panamakanal nachts nicht passieren: Die Unfallgefahr an den engsten Stellen ist im Dunkeln einfach zu groß.

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