Ausnahmezustand
Monsun in Indien fordert mehr als 500 Todesopfer

In Westindien sind bei den schweren Monsunregenfällen mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen. Bis Donnerstagabend lag die Zahl der Toten bei 513 stieg aber stündlich. Mumbai (früher Bombay) befand sich auch zwei Tage nach beginn der Regenfälle im Ausnahmezustand.

HB NEU DELHI. Im Norden Mumbais war allein am Dienstag eine Regenmenge gefallen, die der Hälfte dessen entspricht, was normalerweise während der gesamten viermonatigen Monsunsaison niedergeht. Für die kommenden Tage sagten Meteorologen weiteren Regen voraus. Bundesaußenminister Joschka Fischer sprach seinem indischen Kollegen die Anteilnahme Deutschlands aus. Papst Benedikt XVI. ließ erklären, er bete für die Betroffenen.

Rettungskräfte suchten im Dorf Juigaon südlich von Mumbai weiter nach bis zu 150 Vermissten, die vermutlich unter einer Schlammlawine begraben wurden. Bei einem Erdrutsch in Andheri, einer Vorstadt von Mumbai, wurden 36 Menschen getötet und Dutzende weitere noch vermisst. Viele Menschen waren zudem von schnell ansteigenden Wassermassen davongerissen worden. „Ich kann schwimmen, aber das hat nicht geholfen. Die Strömung war zu stark“, sagte ein 22 Jahre alter Bankangestellter. Er war zusammen mit mehreren anderen Männern davongespült worden, wurde aber von Helfern noch rechtzeitig aus dem Wasser gezogen.

In Mumbai verbrachten zehntausende Pendler die Nacht zum Donnerstag erneut in Büros oder Hotels, weil der Verkehr mit Bus, Bahn, Auto und Flugzeug zu Erliegen gekommen war. Straßen waren weiter unpassierbar und Geldautomaten leergeräumt. Schulen blieben geschlossen und Telefonverbindungen unterbrochen. Auch der Handel an den Finanzmärkten kam zum Erliegen. Das Fernsehen sendete unentwegt Laufbänder, in denen Angehörige nach ihren Liebsten fragten. Die Behörden forderten die Bürger erneut auf, daheim zu bleiben.

Zudem trafen in Mumbai hunderte Öl-Arbeiter ein, die von einer Ölplattform vor der indischen Westküste gerettet worden waren. Ein Versorgungsschiff war in schwerer See gegen die Anlage geprallt. Daraufhin ein Feuer ausgebrochen, das die Plattform zerstörte. Zwölf Menschen kamen dabei ums Leben.

Außenminister Fischer schrieb an seinen Kollegen, die Bundesregierung verfolge die Nachrichten aus Indien mit großer Betroffenheit. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer, den Verletzten und all jenen, die durch die schweren Monsunregenfälle Hab und Gut verloren haben.“

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