Ausnahmezustand verhängt
39 Tote durch Massaker auf Philippinen

Nach dem grausamen Massaker auf den Philippinen sind am Dienstag 15 weitere Leichen entdeckt worden. Inzwischen hat die philippinische Regierung um die Provinz Maguindanao den Ausnahmezustand verhängt, um eine Eskalation der Blutfehde zu verhindern.
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HB MANILA. Das Blutbad von Montag, dem offenbar eine Familienfehde um politische Ämter zu Grunde liegt, hat damit mindestens 39 Menschenleben gefordert. Die Polizei entdeckte die verscharrten Leichen in der Umgebung der Stadt Ampatuan in der Provinz Maguindanao, rund 930 Kilometer südlich von Manila. Die Opfer hätten alle zahlreiche Schusswunden gehabt.

Mehr als 100 Bewaffnete hatten am Montag einen Autokonvoi mit Angehörigen und Sympathisanten des Mangudadatu-Clans überfallen. Die Familie wollte die Papiere für die Kandidatur eines Angehörigen bei den Gouverneurswahlen einreichen. Verdächtigt werden nach Angaben des Militärs Angehörige des Ampatuan-Clans, deren Patriarch das Amt zur Zeit inne hat. Unter den Toten sind zahlreiche Journalisten und Menschenrechtsanwälte.

Ausnahmezustand im Süden der Philippinen

Die philippinische Regierung verhängte nach dem blutigen Massaker in der Region um die Provinz Maguindanao den Ausnahmezustand. Die Sicherheitskräfte wollen damit verhindern, dass die Familienfehde zu Racheaktionen führt. Die Sicherheitskräfte hatten schon Hunderte zusätzliche Soldaten in die Region verlegt.

Bewaffnete hatten dort am Montag einen Autokonvoi überfallen und mindestens 24 Menschen ermordet, darunter mehrere Angehörige des Mangudadatu-Clans. Verdächtigt wird nach Angaben eines Militärsprechers der rivalisierende Ampatuan-Clan. Angehörige beider Familien kämpfen um das Gouverneursamt der Provinz.

"Wir werden keine Mühe scheuen, den Opfern Gerechtigkeit widerfahren zu lassen und die Schuldigen zu verfolgen und anzuklagen", sagte Präsidentin Gloria Macapagal-Arroyo.

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