Ausstrahlung im TV
Interview mit Natascha erschüttert Journalisten

Das Entführungsopfer Natascha Kampusch hat im Fernseh-Interview mit offenem Gesicht über seine acht Jahre Gefangenschaft in einem Kellerverlies berichtet. Er habe streckenweise eine Gänsehaut gehabt, sagte Christoph Feurstein, der das Interview führte.

HB WIEN. Die 18-jährige habe darauf verzichtet, ihr Gesicht zu verfremden oder zu verbergen, sagte der Redakteur Feurstein am Mittwoch. Der Österreichische Rundfunk (ORF) wollte das Interview um 20.15 Uhr ausstrahlen. In Deutschland sollte es eine Stunde später auf Sendung gehen.

Feurstein beschrieb die junge Frau als selbstbewusst, schlagfertig und redegewandt. Er sei jedoch erschüttert gewesen, als sie von ihren Versuchen berichtete, im Baumarkt neben ihrem Entführer durch Augenkontakt Hilfe zu suchen. „Die Augen schreien Hilfe - und niemand hat das gesehen“, sagte Feurstein.

Kampusch erzählte in dem Fernseh-Interview auch von ihrer Angst und der unheimlichen Stille in dem winzigen Raum unter der Garage, in dem ihr Entführer sie gefangen hielt. „Es hat Momente gegeben in dem Interview, wo ich wirklich die Gänsehaut bekommen habe“, sagte Feurstein.

Kampusch war 1998 auf dem Schulweg verschleppt worden. Ihr gelang vor zwei Wochen die Flucht aus dem Haus ihres Entführers in Strasshof in der Nähe von Wien. Der 44-Jährige beging kurz darauf Selbstmord.

Die Entscheidung, ihr Gesicht zu zeigen, habe Kampusch selbst getroffen, sagte ihr Medienberater Dietmar Ecker der Nachrichtenagentur Reuters. „Persönlich war ich wirklich für mehr Schutz“, erklärte er. Ihre Berater wollten aber verhindern, dass Kampusch von Fotografen verfolgt werde. „Ich habe mit internationalen Medien gesprochen, und die haben mir ganz klar gesagt, wenn sie verdeckt bleibt, dann werden sie die Fotografen so lange jagen, bis sie das erste Bild haben“, sagte Ecker.

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