Australische Studie
Konsum von Cannabis senkt Chance auf Schulabschluss

Bei Jugendlichen, die täglich Cannabis rauchen, sinkt die Chance auf einen Schulabschluss um 63 Prozent. Das ist das Ergebnis einer australischen Studie. Die Gefahr von Selbstmordversuchen steigt um das Siebenfache.
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ParisTäglicher Cannabis-Konsum senkt einer neuen Studie zufolge deutlich die Chancen auf einen Schulabschluss.

Bei Jugendlichen in Australien und Neuseeland, die jeden Tag Cannabis rauchten, sei die Wahrscheinlichkeit, dass sie die Schule bis zu Ende besuchen, um 63 Prozent niedriger als bei ihren gleichaltrigen Nicht-Konsumenten, heißt es in einer am Mittwoch im Fachblatt „The Lancet Psychiatry“ veröffentlichten Studie.

Die Gefahr von Suizid-Versuchen war um das knapp Siebenfache höher; die eines späteren Umstiegs auf harte Drogen um das beinahe Achtfache.

„Diese Ergebnisse kommen zur rechten Zeit, denn mehrere US-Bundesstaaten und lateinamerikanische Länder wollen Cannabis entkriminalisieren oder legalisieren“, erklärte Richard Mattrick vom Drogen- und Alkohol-Forschungsinstitut im australischen Bundesstaat New South Wales. „Dadurch könnten Jugendliche leichter Zugang zu der Droge erhalten.“

Für ihre Untersuchung werteten die Wissenschaftler drei Studien aus Australien und Neuseeland mit tausenden Teilnehmern aus, die im Alter zwischen 13 und 30 Jahren regelmäßig befragt wurden. Angaben zum Cannabis-Konsum wurden in fünf Kategorien unterteilt - von täglichem Konsum bis hin zu gar keinem Konsum – und mit dem späteren Bildungsstatus verglichen.

Die Untersuchung ergab eindeutig, dass ein höherer Cannabis-Konsum mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit einhergeht, die Schule abzuschließen.

Die Erkenntnisse seien nicht überraschend und schon in anderen Studien aufgezeigt worden, kommentierte Robin Murray vom King's College in London die neue Studie. „Diese Studie zeigt uns, dass es wichtig ist, Jugendlichen vom Cannabis-Konsum abzuraten.“

Der Drogenexperte David Nutt kritisierte allerdings, viele der Cannabis-rauchenden Jugendlichen hätten vermutlich bereits vorher Probleme gehabt. Mit dem Cannabis-Konsum suchten sie nach einem „Ausweg“. „Diese Daten helfen nicht wirklich weiter in der Legalisierungs-Debatte, denn in den Niederlanden ist Cannabis seit Jahrzehnten legal, und es gab nur sehr geringe Auswirkungen“, betonte Nutt. „Tatsächlich könnten Jugendliche weniger konsumieren, wenn es legal ist – wenn sie es nämlich bis dahin als Zeichen der Rebellion ansahen.“

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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