Austrittswelle im Bistum

Neuer Lügenvorwurf gegen Limburger Bischof

Der Vermögensverwaltungsrat nennt den Limburger Bischof Tebartz-van Elst einen Lügner und Feigling. Immer mehr Gläubige treten aus der Kirche aus. Der Blick geht nun nach Rom.
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Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Schatten: Das Verhalten des Kirchenmannes schade der gesamten Glaubensgemeinschaft, kritisierte der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Stefan Vesper. Quelle: dpa

Der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst im Schatten: Das Verhalten des Kirchenmannes schade der gesamten Glaubensgemeinschaft, kritisierte der Generalsekretär des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Stefan Vesper.

(Foto: dpa)

LimburgDer Skandal um den Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst steuert auf eine Entscheidung zu. Sollte gegen den Bischof ein Strafbefehl wegen Falschaussage ergehen, wäre dies ein Wendepunkt, sagte der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Er will den Fall kommende Woche bei einem Treffen mit Papst Franziskus in Rom ansprechen. Das Bistum zog am Freitag überraschend die Ankündigung zurück, Tebartz-van Elst werde sich am Wochenende in einem Brief an die Gläubigen wenden. Gründe wurden nicht genannt.

In dem Bistum treten inzwischen immer mehr Gläubige aus der Kirche aus. Zugleich werden weitere Vorwürfe laut. Der Sprecher des bischöflichen Vermögensverwaltungsrats, Jochen Riebel, bezeichnete Tebartz-van Elst am Freitag als Lügner und Feigling. So habe der Bischof die Unwahrheit gesagt, als er die Kosten für seine Residenz im Juni mit knapp zehn Millionen Euro angegeben habe.

Auch die Behauptung, es habe keine kostspieligen Sonderwünsche gegeben, sei gelogen, sagte Riebel der dpa. Die Kostensteigerung gehe ausnahmslos auf die Wünsche des Bischofs zurück. Allein seine Wohnung mit einem 63 Quadratmeter großen Wohnzimmer habe laut den Unterlagen 2,9 Millionen Euro gekostet. Er werfe dem Bischof vor, dass er dafür nicht die Verantwortung übernehme, „sondern dass er wie ein Feigling auf andere zeigt“. Das Bistum hatte die Baukosten Anfang der Woche auf 31 Millionen Euro beziffert.

Zollitsch mahnte alle Bischöfe zur Bescheidenheit. „Alle spüren, wie bedrückend die Situation geworden ist“, sagte der Erzbischof der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag). „Gerade wir Bischöfe müssen uns fragen, wie und wo wir wohnen und leben. Wenn neu gebaut wird, haben wir Möglichkeiten, Zeichen zu setzen.“ Die Enttäuschung der Menschen im Bistum Limburg könne er gut verstehen. „Papst Franziskus lehrt uns allen einfaches Leben, Demut und Bescheidenheit.“

Der Essener Bischof Franz-Josef Overbeck legt angesichts der Vorgänge in Limburg das Vermögen des Ruhrbistums komplett offen. „Beim Umgang mit kirchlichen Finanzen ist größtmögliche Transparenz erforderlich“, erklärte Overbeck. Der Bischöfliche Stuhl besitzt demnach nur rund 2,2 Millionen Euro, von denen der Bischof über knapp ein Zehntel frei verfügen könne.

Nach einem Bericht der „Frankfurter Neuen Presse“ wollen Gläubige aus 60 Pfarreien des Bistums eine Gebetsstaffel für einen Ausweg aus der Krise starten. Gleichzeitig habe die Bezirksversammlung den Bischof schriftlich zum Rücktritt aufgefordert, berichtete die Online-Ausgabe der Zeitung. „Unser Ihnen immer wieder entgegen gebrachtes Vertrauen in Ihre Amtsführung ist zerrüttet“, heißt es in einem Brief, der am Freitag überbracht worden sei. Das Bistum bestätigte den Eingang des Schreibens nicht.

Die Justizbehörden beraten sich noch
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9 Kommentare zu "Austrittswelle im Bistum: Neuer Lügenvorwurf gegen Limburger Bischof"

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  • Ach, wo ist er denn gerade? Kann ich ihn besuchen?

  • es ist nicht im Sinne der Kirche solchen Luxus zu unterstützen.. 31 Millionen Euro hätten auch verwendet werden können um armen Kindern zu helfen.. anstatt Badewannen im Wert von 15.000 Euro für den Bischoff auszugeben.. Es ist eine Frechheit und ein solcher "Bischoff" hat nichts in der Kirche zutun.. raus mit diesem Ganove.. die Kirche ist dafür da um armen Menschen zu helfne, nicht aber um sich die Kohle in den Rachen zu schieben

  • Man muss die Kirche im Dorfe lassen und nicht päpstlicher als der Papst. Der Limburger Bischof hat doch Werte geschaffen, bleibend, stilvoll - ein Kleinod also. Wo ist das Problem für die Limburger Katholiken? Diese Gläubige sollten ihre geballte Wut gegen Mutti zeigen, die ein ganzes Volk für die Schulden anderer Südstaaten bluten lässt.

  • Warum alle Kirchen und Priester anklagen? Wieviele tuen täglich mehr für Arme und Kranke als unsere Politiker. Lese ich z.B. hierüber das wir im reichen DE Tafeln haben die noch nicht mal durch die Politik unsere Steuergelder, im Gegensatz zu Steuerverschwendung fuer Lobistien, unterstützt werden!
    Ja, es gab, gibt und werden auch immer wieder schwache Priester und Politiker und ganz normale Menschen geben mit Fehler. Aber dieser Hass einiger, kann mir vorstellen wie der Rauch beim schreiben aus dem Rachen kommt, ist nur ekelhaft. Armes Gesindel.

  • Man sollte der Fairness halber Religion und die üblen Machenschaften der Kirchen auseinanderhalten. Kirchen waren und sind immer nur auf eines aus: Geld = Macht. Wer diesen Vereinen angehört, ist selber schuld - und ganz schön dumm. Über Religion kann man nicht diskutieren, da sie sehr individuell ist und gelebt wird oder eben nicht.

  • Es ist ja bekannt, dass Satan auf Erden wandelt und entsprechende hier Schreiberlinge, gefunden hat. Auch steht geschrieben, wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein.
    Aber einige scheinen nur Satanstexte zu kennen.

  • "Nach einem Bericht der „Frankfurter Neuen Presse“ wollen Gläubige aus 60 Pfarreien des Bistums eine Gebetsstaffel für einen Ausweg aus der Krise starten"
    *
    lol
    *
    "Beten" wird da wohl kaum noch helfen. In diesem Fall ist der Staatsanwalt gefordert!

  • Als Christ mit der Lizenz zum Geldgeben gehört man auf den Scheiterhaufen.

  • Als Christ gehöre ich nicht dem Katholizismus an weil der Priester/Bischof gefällt, sondern
    Gott und Inhalt der Bibel mir etwas sagen. Es gibt ausreichend Kirchen die besucht werden können ohne Austritt.
    Parallel könnten immer noch Schreiben verfasst werden.
    Warum wurde nicht früher von den Zuständigen Personen interveniert?

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