Auswirkungen bis an die US-Küste
Staubstürme nehmen bedrohliche Ausmaße an

In Nordostasien nehmen Staub- und Sandstürme immer bedrohlichere Ausmaße an. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) berichtete zum Abschluss des Globalen Umweltministerforums auf der südkoreanischen Insel Jeju, die Auswirkungen seien von China, Japan und der koreanischen Halbinsel mittlerweile bis zur Westküste der USA zu spüren.

HB SEOUL. Die Stürme aus den Wüsten und Steppen der Mongolei und Chinas gefährdeten die Gesundheit der Menschen und die wirtschaftliche Entwicklung der betroffenen asiatischen Gebiete.

In Europa gab es solche Bilder bisher nur im Fernsehen: Asiatische Großstädte wie Seoul versinken unter einem gelblich-grauen Dunstschleier von Staub- und Sandpartikeln, Menschen versuchen, sich mit Mundschutz zu schützen. Das Phänomen tritt jährlich besonders in den Frühjahrsmonaten auf.

„Die Stürme verursachen enorme Nöte durch verlorenes Einkommen, Unterbrechung der Kommunikation, Atemprobleme und damit verbundene Todesfälle sowie Verluste von Vieh- und Erntebeständen in großen Gebieten“, berichtete das UNEP. Die Häufigkeit der Stürme hat sich Studien zufolge seit den 50er Jahren verfünffacht. Aber nicht nur an der Zahl, sondern auch in ihrer Intensität haben die Stürme zugenommen. Koreanische Experten äußerten sich zudem besorgt darüber, dass die Stürme industrielle Schmutzpartikel wie Ruß enthielten. Auf dem Weg über die Industriegebiete Nordchinas würden auch giftige Gase aufgenommen.

Überweidung und Wüstenbildung

Die Staubstürme wurden bei der dreitägigen Konferenz auf Jeju in Zusammenhang mit anderen Entwicklungen gestellt, die die „Gesundheit“ des blauen Planeten immer mehr gefährdeten. „Nordostasiens Staub- und Sandstürme sind Teil einer Entwicklung wachsender Naturkatastrophen auf der ganzen Erde“, warnte UNEP-Direktor Klaus Töpfer. So wird die Zunahme der Staubstürme auf Überweidung und Wüstenbildung, besonders in der Mongolei und Teilen Chinas zurückgeführt. „Typische Auswirkungen auf der einen Seite von Wirtschaftsaktivität und auf der anderen Seite von Umweltveränderungen“, erläuterte Töpfer.

Die Wüstenbildung betrifft UNEP zufolge etwa 30 Prozent der chinesischen Landmasse. Allein die Wüste Gobi sei zwischen 1994 und 1999 um 52 400 Quadratkilometer gewachsen - mehr als die Fläche Niedersachsens - und nähere sich immer weiter der Hauptstadt Peking. Das UNEP will die Regierungen der betroffenen Region in Asien jetzt finanziell bei der Beobachtung und dem Ausbau eines zwischenstaatlichen Frühwarnsystems unterstützen.

Auch über die zunehmende Ausbreitung sauerstoffarmer, so genannter toter Zonen in den Weltmeeren und das wachsende Müllproblem kleiner Inselstaaten hatten sich die Teilnehmer des Umweltforums zuvor besorgt gezeigt. Die toten Zonen könnten zu einem größeren Problem werden als die Überfischung der Ozeane, warnten Experten.

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