Auto wird als Waffe gesehen
Durch Strafen ändern sich Raser kaum

Bei notorischen Rasern können nach Ansicht des Kölner Verkehrstherapeuten Arndt Himmelreich Strafen alleine kaum eine Besserung bewirken. „Durch Strafen ändert sich fast nichts“, sagte Himmelreich im ARD-Morgenmagazin.

HB HAMBURG/KARLSRUHE. Die Rückfallquote sei hoch. Als ein Hauptgrund für das Rasen nannte Himmelreich die Anonymität im Auto. „Ich empfinde den anderen gar nicht als Mensch oder Gegenüber“, erläuterte der Psychologe.

Sonst verhielten sich Raser in der Öffentlichkeit meist völlig normal. Frauen würden so gut wie nie als Raser auffällig. „Das Auto wird vom Mann als Vergrößerung seiner selbst gesehen, auch als Waffe“, sagte Himmelreich. Eine Therapie könne über einige Monate hinweg an die inneren Ursachen der Raserei gehen und langfristig erfolgreich sein.

Der Karlsruher „Autobahnraser“ wurde am Donnerstag wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr verurteilt. Das Landgericht Karlsruhe sprach den 35-jährigen Daimler-Chrysler-Ingenieur am Donnerstag schuldig, durch Drängelei auf der Autobahn 5 den Tod zweier Menschen verursacht zu haben.

Der Angeklagte hatte in dem Indizienprozeß stets jede Schuld an dem Unfall von sich gewiesen. Sein Anwalt zweifelte Berechnungen an, wonach er in 35 bis 40 Minuten die 83 Kilometer bis zum Unfallort habe zurücklegen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%