Autobeschreibung führte zum Tatverdächtigen
Polizei nimmt im Fall Julie mehrfach Vorbestraften fest

Knapp eine Woche nach dem Verschwinden der 14- jährigen Julie im Elsass hat die Polizei einen mehrfach vorbestraften Gewalttäter festgenommen. Wie die Staatsanwaltschaft Saverne am Donnerstag mitteilte, wurde der Verdächtige am Vorabend bei Bourgheim im Elsass gefasst. Zudem sei das Auto des Mannes sicher gestellt worden.

HB STRAßBURG. Bei dem Mann handele es sich um einen mehrfach vorbestraften und gefährlichen 56-Jährigen, der erst kürzlich aus der Haft entlassen wurde, hieß es am Donnerstag aus Ermittlerkreisen. Demnach war der als „Pierrot le Fou“ („Pierrot der Verrückte“) bekannte Verdächtige im Februar 1996 zu 28 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er verbrachte die meiste Zeit seines Lebens in psychiatrischen Anstalten und Gefängnissen und wurde unter anderem wegen Vergewaltigung, Körperverletzung und Mordversuchs verurteilt. Unklar blieb zunächst, warum der Mann nur einen Bruchteil seiner Haftzeit verbüßte.

Die 14 Jahre alte Julie aus Schirmeck war am vergangenen Freitag verschwunden. Ihr Fahrrad wurde am Dienstag in einem Wald nahe ihrer Heimatgemeinde entdeckt. Von dem Mädchen fehlt bislang jede Spur. Bereits am vergangenen Wochenende hatte die Polizei den Verdächtigen festgenommen, ihn jedoch mangels Beweisen einen Tag später wieder freigelassen. Danach hätten sich die Indizien erhärtet.

Ein Zeuge hatte gesehen, wie Julie kurz vor ihrem Verschwinden mit einem Autofahrer gesprochen hatte. Die Beschreibung des Autos führte zu dem Tatverdächtigen. Sein Alter war zunächst mit 57 angegeben worden.

Zwar gehen die Ermittler nach wie vor nicht offiziell von einem Zusammenhang zwischen dem Fall Julie und dem Fall der elf Jahre alten Jeanne-Marie aus. Jeanne-Maries Leiche war am Dienstag in Valff - nur zwei Kilometer von Bourgheim entfernt - gefunden worden. Allerdings sagte ein Ermittler am Donnerstag, es gebe Hinweise, wonach sich „Pierrot le Fou“ und die Verdächtigen im Fall Jeanne-Marie kannten. Die Leiche der Elfjährigen wird seit Mittwoch obduziert. Nach den ersten Ergebnissen vom Donnerstag konnte ein sexueller Missbrauch weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. Genaueres lasse sich wahrscheinlich erst Anfang kommender Woche sagen.

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