Autozulieferer
Chinesische Metallfabrik fliegt in die Luft

In China sind bei einer Explosion in einer metallverarbeitenden Firma Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Das Unternehmen fertigt Bauteile für die Autoindustrie. Die Behörden glauben, die Unglücksursache zu kennen.
  • 0

KunshanBei einer Explosion in einer Fabrik in China sind staatlichen Angaben zufolge mindestens 69 Menschen ums Leben gekommen. Rund 200 Personen seien bei dem Unglück bei dem Autozulieferer Zhongrong Metal Products in der Stadt Kunshan bei Shanghai verletzt worden. Nach Angaben der örtlichen Behörden waren 264 Arbeiter zur Unglückszeit am Samstagmorgen auf dem Werksgelände. 44 seien auf der Stelle tot gewesen. Mehrere Manager des Unternehmens wurden den Berichten zufolge festgenommen.

Nach Informationen auf der Internetseite des Unternehmens produzierte Zhongrong Felgen für das US-Unternehmen General Motors und andere Autohersteller. GM erklärte, es habe Geschäftsbeziehungen zu der Firma Dicastal, die wiederum Teile von Zhongrong beziehe. Der US-Hersteller forderte seine Kooperationspartner nach dem Unfall auf, sich nach alternativen Zulieferern umzusehen, die sowohl die örtlichen Umwelt- und Arbeitsschutz-Standards einhielten als auch die nötige Qualität lieferten. GM sieht durch den Unfall keine Auswirkungen auf seine Produktion, weil es ausreichend Lagerbestände an Zulieferteilen habe.

Nach ersten Erkenntnissen gab es in einer Polierstation für Radnaben eine Staubexplosion. Die örtlichen Behörden erklärten, Sicherheitsvorschriften seien nicht eingehalten worden.

Fernsehbilder zeigten Menschen mit schwersten Verbrennungen, die in Krankenhäuser gebracht wurden. So viele Menschen mit Verbrennungen von über 80 Prozent der Körperfläche habe er in seinem 20-jährigen Berufsleben noch nicht gesehen, schrieb ein Arzt auf einer Webseite des staatlichen Fernsehens CCTV. Die Zahl der Toten könne daher noch stark ansteigen. Staatspräsident Xi Jinping hatte den Einsatz aller verfügbaren Rettungskräfte angeordnet. Die Regierung von Kunshan rief Ärzte aus Shanghai und anderen Regionen zu Hilfe. In Kunshan wurden die Bürger zu Blutspenden aufgerufen.

Sicherheitsstandards für Arbeiter in China werden oftmals vernachlässigt. Bei einem Feuer in einem Schlachthaus für Geflügel in der Provinz Jilin im Nordosten des Landes waren im Juni des vergangenen Jahres 120 Menschen umgekommen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Autozulieferer: Chinesische Metallfabrik fliegt in die Luft"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%