Axt-Angriff am Düsseldorfer Hauptbahnhof
„Pack doch das Ding weg“

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof sind mehrere Menschen durch einen Axt-Angriff verletzt worden. Von einem Moment auf den anderen bricht Panik aus. Ein Augenzeugenbericht.
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Der Hauptbahnhof Düsseldorf, Donnerstagabend kurz vor 20 Uhr. Sanitäter knien am Boden, beugen sich über Menschen, die sich nicht bewegen. Sicherheitspersonal hastet durch die große Bahnhofshalle. „Keine Fotos, keine Fotos“ ruft ein Mann. Dann eilt er weiter, vorbei an schockerstarrten Männern und Frauen, die nicht wissen, was hier los ist. Niemand weiß es. Gerüchte fliegen hin und her. Ein Mann mit einer Axt soll gesehen worden sein. Wo ist er jetzt? Keine Antwort. Männer in Uniform ziehen rot-weißes Klebeband um die Menschen, die auf den weißen Bahnhofskacheln liegen.

Plötzlich bricht Panik aus. Völlig unklar, was der Grund sein könnte, keiner kann gleich mehr sagen, wer zuerst loslief. Von einer Sekunde zur anderen werden die Fahrgäste zur Herde. Dutzende von Menschen rennen, trampeln Richtung vorderen Bahnhofsausgang. Dorthin, wo die Straßenbahnen fahren. Eine Frau fällt, die Menge eilt an ihr vorbei. Eltern zerren ihre weinenden Kinder hinter sich her. „Mama, was ist los?“

In die Panik mischt sich Gereiztheit. Menschen stoßen aneinander, viele haben trotz aller Angst ihre Telefone in der Hand, laufen und tippen gleichzeitig. „Pack doch das Ding weg“, herrscht ein Mann eine Frau neben ihm an. Sie hört nicht. Sie und viele andere senden Nachrichten, machen Bilder, nehmen Videos auf. Von den Polizisten, von sich selbst, von den Gehetzten um sich herum. Die Menge strömt, hastet in Richtung Hotel Nikko in der Immermannstraße. Überall sind Streifenwagen. Über den Köpfen kreist ein Helikopter. Der Verkehr steht. Keine Bahn fährt. Niemand weiß, was passiert ist. Alle wollen weg, nur weg.

Sönke Iwersen
Sönke Iwersen
Handelsblatt / Leiter Investigative Recherche

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