Baden-Württemberg
Verkürzte Schulzeit macht das Abitur teuer

Die Gymnasialzeit in Baden-Württemberg ist auf acht Jahre verkürzt worden. Für Eltern und Schüler bedeutet dies Streß, Druck und auch zusätzliche Kosten. Denn damit die Kinder das Abitur nach der 12. Klasse schaffen, brauchen sie oft teuren Nachhilfe-Unterricht.

HB SCHWETZINGEN. „G8 hat für uns zu mehr Geschäft geführt“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Nachhilfeschulen, Cornelia Sussiek, in Schwetzingen bei Heidelberg der Nachrichtenagentur dpa. An ihrem eigenen Institut habe sich die Zahl der Fünft- und Sechstklässler verdreifacht, zuvor habe die Nachhilfe eigentlich erst ab Klasse sieben begonnen.

„Bei G8-Kindern ist die Belastung und der seelische Druck ganz dramatisch“, berichtet Sussiek. Zum Teil rieten sogar die Schulen zur Nachhilfe. Manche Eltern nähmen mittlerweile Putzjobs an, um Geld für die zusätzliche Förderung zu verdienen. Vier Stunden Nachhilfe pro Woche in Kleingruppen kosten etwa 150 Euro monatlich.

Auch Grundschüler bekommen laut Lehrer- und Elternvertretern immer mehr Nachhilfe. „Denn die Eltern wollen ihre Kinder auf das Gymnasium schicken und streben eine entsprechende Grundschulempfehlung an“, sagte der Landessprecher des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), Michael Gomolzig. Nachhilfe sollte aber nur befristet sein, um Defizite abzubauen, keine dauerhafte Förderung. „Es nutzt nichts, Kinder durchzupeitschen, da macht man die Seele kaputt.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%