Bärenjäger bei Kufstein wieder auf „Brunos“ Fersen
Problembär „Bruno“ entkommt in Mobilfunkloch

Die Jagd auf „Bruno“, den streunenden Braunbären, ist am Donnerstagmorgen im Tiroler Bezirk Kufstein wieder aufgenommen worden.

HB INNSBRUCK/WIEN. Die Jagd auf „Bruno“, den streunenden Braunbären, ist am Donnerstagmorgen im Tiroler Bezirk Kufstein wieder aufgenommen worden. Zuvor war das Tier gegen 8.10 Uhr im Raum Pendling aus einer Entfernung von etwa 30 Metern gesichtet worden, bestätigte ein Sprecher der Tiroler Landesregierung. Die finnischen Bärenjäger, die seit fast zwei Wochen die Spur Brunos verfolgen, hätten sich wieder an seine Fersen geheftet.

„Momentan wandert das Tier wieder zurück nach Brandenberg, wo er sich gestern schon herumgetrieben hat“, hieß es in Innsbruck. Bruno war am Mittwoch von den Bärenfängern am Rande einer Klamm in der Nähe des Achensees in Tirol aufgespürt und von deren Hunden gestellt worden. Die finnischen Bärenexperten seien aber nicht an den Bären herangekommen, sagte eine Sprecherin der Umweltstiftung WWF. Das Funksignal zum Hund sei zuvor abgebrochen. Das Tier sei wieder einmal entkommen, so Regierungssprecher Thomas Schönherr.

Auf der Fährte des Bären streifen die Finnen im Auftrag von Bayern und Tirol mit Spürhunden durch das Gelände. Sie bekamen insgesamt zwei Wochen Zeit, das Tier zu stellen, zu betäuben und zu fangen. Diese Frist läuft jedoch am Freitag ab. Damit könnte auch die Schonzeit für Bruno vorbei sein. Der Landeshauptmann (Ministerpräsident) von Tirol, Herwig van Staa, sprach sich bereits Anfang der Woche für den Abschuss des Bären aus. Das Tier wurde nach den Anfangsbuchstaben der Namen seiner Eltern als „JJ1“ bezeichnet, in den Medien aber als „Bruno“ bekannt. Das Raubtier ist aus dem italienischen Trentino eingewandert

.

Die Sprecherin des WWF sagte, der Bär habe Mittwochnacht vor der Fangtruppe fliehen können, weil die Verbindung über Mobilfunk in den engen Tälern des Alpenraumes immer wieder abreiße. Die finnischen Bärensuchhunde seien mit einer Funkortung ausgerüstet. Wenn das Signal aber abbreche oder ausbleibe, hätten die Bärenexperten keine Möglichkeit, rechtzeitig zu dem Bären zu kommen, wenn die freilaufenden Hunde ihn stellen. „Als ob er es wüsste, sitzt er ganz oft in einem Funkloch“, sagte die Sprecherin.

Ein Sprecher des Landes Tirol sagte, der Bär sei zuletzt am Donnerstagmorgen gegen 08.00 Uhr in freiem Gelände im Bezirk Kufstein gesichtet worden. Er habe sich den Beobachtern auf bis zu 30 Metern genähert. Die Behörden halten das Tier für gefährlich, weil es ohne große Scheu vor Menschen in der Nähe von Siedlungen Futter sucht. Der Bär hat Dutzende Schafe gerissen und Bienenstöcke geplündert.

In der Nacht zu Mittwoch wurde „Bruno“ gesehen, wie er durch die österreichische Ortschaft Maurauch rannte. „Da war ein ganz tiefes Röcheln“, sagte eine Augenzeugin dem Österreichischen Rundfunk (ORF). „Und man hat ihn laufen gehört, ganz schnell.“ Vom Sprint durch den Ort erhitzt erfrischte sich der Bär im Tiroler Achensee durch ein Bad. Damit entwischte er auch der Fangtruppe. Wird der Bär nass, verliert er den Geruch, dem die Hunde folgen.

„Bruno“ ist seit 170 Jahren der erste in Bayern frei lebende Braunbär. Nach Begegnung des Bären mit Menschen riefen die Behörden die Bevölkerung zur Vorsicht auf. In Österreich leben seit den frühen 90er Jahren etwa 25 bis 30 Bären. Die meisten sind jedoch sehr scheu und halten sich von Siedlungen fern.

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