Bahamas rüsten sich für Tropensturm
Rund 50 Tote durch „Noel“ in Karibik

Die Wassermassen des Tropensturms „Noel“ haben in der Karibik rund 50 Menschen das Leben gekostet. Zahlreiche weitere werden vermisst. Der Tropensturm hat nun Kurs auf die Bahamas genommen.

HB SANTO DOMINGO. Zuvor war er mit Windgeschwindigkeiten bis zu 65 Kilometern pro Stunde und heftigen Niederschlägen langsam über Kuba hinweggezogen. Nach Regierungsangaben wurden etwa 1 000 Wohnhäuser beschädigt. Schulen blieben geschlossen, 2 000 Menschen wurden aus tiefgelegenen Gebieten in Sicherheit gebracht.

In der Dominikanischen Republik kamen nach offiziellen Angaben vom Dienstagabend (Ortszeit) rund 30 Personen ums Leben, in der Nachbarrepublik auf der Insel Hispaniola, Haiti, starben 20. Sie ertranken in reißenden Flüssen oder wurden von Schlammlawinen und Erdrutschen in den Bergen verschüttet.

Mehrere Familien wurden nach Behördenangaben in der Dominikanischen Republik noch vermisst. 12 000 Menschen mussten dort vor dem Sturm fliehen, fast 3 000 Wohnhäuser wurden zerstört. Wegen eingestürzter Brücken und hochwasserführender Flüsse waren 36 Orte von der Außenwelt abgeschnitten.

Auf den Bahamas wurden in Erwartung des Sturms die meisten Behörden geschlossen. In der Hauptstadt Nassau bildeten sich vor Lebensmittelläden und Tankstellen lange Schlangen. Die meteorologische Behörde erklärte, es sei mit viel Regen zu rechnen. Auch für den Süden Floridas wurde eine Warnung ausgegeben.

Wegen des aufgeweichten Bodens kam es in den Bergregionen im Westteil von Hispaniola zu Erdrutschen, in den Niederungen traten die Flüsse über die Ufer und überschwemmten weite Gebiete. Tausende von Häusern und Hütten stehen seit Montag unter Wasser, Tausende Menschen wurden obdachlos, Brücken und Straßen wurden zerstört. Zahlreiche Dörfer und Gemeinden waren von der Außenwelt abgeschnitten. Die Flughäfen von Port-au-Prince und Cap Haitienne waren geschlossen. Schwere Schäden entstanden vor allem auch in der Landwirtschaft.

Die Windgeschwindigkeiten im Wirbel des Tropensturms erreichten auch am Dienstag bis zu 85 Stundenkilometer, als er über den Osten Kubas hinwegzog. Von dort bewegte sich „Noel“ weiter in nördlicher Richtung. Nach Berechnungen der Meteorologen des nationalen Hurrikanzentrums in Miami (USA) wird er die Bahamas überqueren und sich dann nach Nordosten drehen, um sich parallel zur US-Küste fortzubewegen. Starker Regen ging am Dienstag auf die Bahamas nieder.

Auch in Mexiko und Zentralamerika richteten Regenfälle, ausgelöst durch eine für diese Zeit ungewöhnliche Kaltfront, Schäden an. Rund 200 000 Menschen im Bundesstaat Tabasco waren von Überschwemmungen bedroht, weil nach einem Beschluss der nationalen Wasserkommission von Mexiko aus einer überfüllten Talsperre größere Mengen Wasser abgelassen werden mussten. Tausende Menschen brachten sich am Dienstag vorsorglich in Sicherheit.

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