Aus aller Welt

_

Bangladesch: Mehr als 100 Tote bei Großbrand in Fabrik

Etwa 1000 Frauen und Männer nähen am Samstagabend noch Kleidung, als ein Feuer in ihrer Fabrik in Bangladesch ausbricht. Schnell breiten sich die Flammen aus, schließen die Arbeiter ein. Mehr als 100 Menschen kommen um.

Dhakain verheerender Fabrikbrand hat in Bangladesch mehr als 100 Textilarbeiter das Leben gekostet. Weitere 200 Menschen seien mit Verbrennungen in Krankenhäuser eingeliefert worden, sagte der Einsatzleiter am Sonntag. In der Fabrik nähten vor allem Frauen verschiedene Bekleidung für ausländische Textilfirmen, darunter C&A mit Sitz in Düsseldorf und andere deutsche Unternehmen.

Anzeige

Das Feuer war am Samstag im Erdgeschoss des neunstöckigen Gebäudes nahe der Hauptstadt Dhaka ausgebrochen. Die Flammen breiteten sich schnell auf die anderen Stockwerke aus. Sie schlossen die Näherinnen und anderen Arbeiter im Gebäude ein. Am Morgen sprach der Einsatzleiter zunächst von 115 Toten, später am Tag zählte die Feuerwehr 109 Leichen.

Angehörige schritten die Reihen mit Leichensäcken vor der ausgebrannten Fabrik ab, um die Toten zu identifizieren. Sie hielten sich Tücher vor Mund und Nase, so durchdringend war der Geruch verbrannten Fleisches. Immer mehr Leichen schleppten die Rettungskräfte aus der Ruine. Manche Säcke wurden auf Fahrradanhänger gehoben und weggefahren. Im Inneren der Fabrik türmten sich kohlschwarze Baumwollspindeln. Nähmaschinen lagen auf dem Boden, weil die Tische unter ihnen weggebrannt waren.

Die größten Textilhändler in Deutschland

  • Rang 10

    Tchibo: Die Hamburger erzielten 2010 einen Umsatz von 945 Millionen Euro und landen damit in der Liste der Top 10 Textilhändler in Deutschland, die jährlich von der Fachzeitschrift Textil Wirtschaft veröffentlicht wird, auf Rang 10.

  • Rang 9

    Aldi-Gruppe: Aldi Nord und Aldi Süd erzielten 2010 zusammengerechnet einen Umsatz von 1,03 Milliarden Euro. Damit zählt der große Player des Lebensmitteleinzelhandels auch im Bereich der Textilwirtschaft zu einem der größten Händler und belegt den neunten Platz.

  • Rang 8

    Lidl: Auch die Neckarsulmer, kein Leichtgewicht im Lebensmitteleinzelhandel, sind vertreten. Mit einem Jahresumsatz (2010) von rund 1,05 Milliarden Euro rangieren sie auf Platz 8.

  • Rang 7

    Tengelmann: Die Mülheimer, die rund 82 Prozent der Billig-Kette Kik besitzen, erwirtschafteten 2010 einen Jahresumsatz von rund 1,2 Milliarden Euro. Damit landet das Familienunternehmen Tengelmann auf Platz 7.

  • Rang 6

    Peek & Cloppenburg: Die Düsseldorfer belegen in der Rangfolge der größten Textileinzelhändler in Deutschland mit einem Jahresumsatz (2010) von 1,33 Milliarden Euro Platz 6.

  • Rang 5

    Karstadt: 1,97 Milliarden Euro Umsatz im Jahr 2010 - das verhilft dem Essener Konzern ins Mittelfeld auf Platz 5.

  • Platz 4

    Metro: Die Düsseldorfer Metro-Group belegt den vierten Platz. Jahresumsatz in 2010 2,42 Milliarden Euro.

  • Platz 3

    C&A: Noch ein Düsseldorfer Unternehmen - mit einem Jahresumsatz von über 3 Milliarden Euro ist C&A der drittgrößte Textileinzelhändler in Deutschland.

  • Platz 2

    H&M: Der zweitgrößte Textil-Player in Deutschland ist die Hamburger Modekette H&M mit einem Jahresumsatz von 3,2 Milliarden Euro.

  • Platz 1

    Otto: Der größte Textileinzelhändler in Deutschland ist die Hamburger Otto Group mit einem Jahresumsatz (2010) von 4,16 Milliarden Euro.

Als das Feuer am Samstagabend ausbrach, nähten nach Behördenangaben rund 1000 Arbeiter und Arbeiterinnen in der Fabrik. Die Flammen griffen so schnell auf die oberen Stockwerke über, dass einige von ihnen in Panik aus den Fenstern sprangen. Ein Untersuchungskomitee wurde eingesetzt, um die Brandursache zu erkunden. Einer der Überlebenden sagte dem privaten Fernsehsender Channel I, das Feuer sei dem elektrischen Hauptschalter entsprungen: „Ein Kurzschluss könnte das Feuer verursacht haben.“

Ein Sprecher der betroffenen Fabrik Tazreen Fashion Limited erklärte vor Kameras, der Betrieb habe Standards der Europäischen Union eingehalten. So habe es etwa vier alternative Treppenaufgänge gegeben, doch die Arbeiter seien in der Panik zum Hauptausgang gestürmt und nur wenige hätten diese Notausgänge benutzt.

Die 2009 erbaute Fabrik gehört zur Tuba Group, die laut Unternehmenshomepage unter anderem für C&A, Carrefour und Walmart produziert. Auch andere deutsche Unternehmen wurden demnach von dort beliefert. Die Kapazität der Unglücksfabrik lag diesen Angaben zufolge monatlich bei einer Million T-Shirts, 800.000 Polo-Shirts und 300.000 Fleecejacken.

C&A-Sprecher Thorsten Rolfes bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag in Düsseldorf, die Fabrik sei beauftragt gewesen, 220 000 Sweatshirts herzustellen und von Dezember 2012 bis Februar 2013 an C&A in Brasilien zu liefern. „Unser Mitgefühl gilt den Opfern dieses furchtbaren Unglücks sowie deren Familien und Angehörigen“, sagte Rolfes als Sprecher von C&A Europa.

Die Textilindustrie ist der wichtigste Wirtschaftsfaktor Bangladeschs. Die meisten Exporte gehen nach Europa. Allein Deutschland importierte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2011 Bekleidung im Wert von 3 Milliarden Euro aus dem asiatischen Entwicklungsland.

Der Verband der Textilhersteller und -exporteure in Bangladesch versprach den betroffenen Familien eine Entschädigung. Die zuständigen Behörden kündigten an, die Sicherheitsbestimmungen in der ausgebrannten Fabrik zu untersuchen.

Laut einer Studie der Kampagne für Saubere Kleidung kam es seit dem Jahr 2005 zu sieben tödlichen Bränden und Fabrikeinstürzen in Bangladesch, bei denen insgesamt 145 Menschen starben. Die vielen Toten seien mit mangelhaften Sicherheitsmaßnahmen zu erklären. Elektrokabel hingen häufig frei im Raum, Feuerlöscher fehlten, Notausgänge verschlossen und Fluchtwege versperrt.

Erst im September gab es einen verheerenden Brand mit mehr als 259 Toten in einer Textilfabrik in Pakistan. Bangladesch war bis 1971 ein Teil Pakistans. Die pakistanische Unglücksfabrik belieferte auch den deutschen Textildiscounter Kik.

 


  • Die aktuellen Top-Themen
Hamlet, Macbeth & Co.: Das sind die Stars der Shakespeare-Filme

Das sind die Stars der Shakespeare-Filme

Vor 450 Jahren wurde Shakespeare geboren. Fast genauso oft wurde das Werk des meistverfilmten Autors der Geschichte auf der Leinwand adaptiert. Einige Darsteller entwickelten einen regelrechten Faible für den Dichter.

Verpatzte Social-Media-Aktion: Die Polizei – dein Freund und Schläger

Die Polizei – dein Freund und Schläger

Diese Aktion der Polizei ist nach hinten losgegangen: Das New York City Police Department hatte auf Twitter dazu aufgerufen, Fotos von sich mit Beamten hochzuladen. Daraufhin hagelte es Bilder, die Polizeigewalt zeigen.

Zum Welttag des Buches: Und sie lesen doch!

Und sie lesen doch!

Allen Unkenrufen zum Trotz überlebt es trotz digitaler Konkurrenz: das gedruckte Wort. Lesen gehört noch immer zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Deutschen. Fakten rund ums Schmökern zum Welttag des Buches.

  • Business Wetter
Eine junge Dame wirbt für Parship

Wer passt zu mir?

Finden Sie jetzt den passenden Partner. Partnersuche nur mit PARSHIP!