"Banker der Armen"
Yunus nimmt Friedensnobelpreis entgegen

In Oslo hat der Wirtschaftswissenschaftler Mohammed Yunus aus Bangladesch am Sonntag den Friedensnobelpreis entgegennommen. Der 66-Jährige forderte in seiner Dankesrede mehr „gewagte Initiativen“, um die Armut in der Welt zu bekämpfen.

HB OSLO. Die ungerechte wirtschaftliche, soziale und politische Ordnung gefährde den Frieden ebenso wie mangelnde Demokratie und Verstöße gegen Menschenrechte. Yunus teilt sich den Preis mit der von ihm gegründeten Grameen Bank, die Mikrokredite an Arme vergibt, um die Wirtschaftskraft in den Entwicklungsländern zu fördern.

Yunus erklärte, es gebe Armut auf der Welt, weil die Menschen sie zuließen, indem sie zu wenig dagegen unternähmen. „Wir wollten auf den Mond, also sind wir da hingeflogen. Wir erreichen, was wir erreichen wollen“, sagte Yunus laut dem vorab verbreiteten Text seiner Rede. „Ich glaube fest daran, dass wir eine von Armut freie Welt schaffen können, wenn wir es gemeinsam wollen.“ Für die Grameen Bank nahm das Vorstandsmitglied Mossamat Taslima Begum an der Preisverleihung teil.

Der Vorsitzende des Nobelkomitees, Ole Danbolt Mjös, sagte, der Preis sei in einer Zeit, in der die Muslime oft dämonisiert würden, auch als ausgestreckte Hand an die muslimische Welt zu verstehen. „Der Friedenspreis für Yunus und die Grameen Bank ist auch eine Unterstützung für das muslimische Bangladesch und die muslimischen Gemeinden in der Welt zu verstehen, die für den Dialog und die Zusammenarbeit arbeiten.“

Der Friedensnobelpreis ist mit zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert und wird jedes Jahr am Todestag des Stiftungsgründers Alfred Nobel überreicht. Der schwedische Industrielle, der unter anderem das Dynamit erfand, starb 10. Dezember 1896.

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