Battlelore
Schlachten auf fantastischem Grund

So fühlt sich Weihnachten an: Die Spieleschachtel bringt ungelogen 2,7 kg auf die Waage. Als echtes Schwergewicht präsentiert sich Battlelore – mit einem stolzen Preis: 70 Euro müssen wir für das Fantasy-Abenteuer hinlegen. Dafür verbergen sich gut 200 filigran gestaltete Spielfiguren in der Schachtel, die uns als Akteure in verschiedenen Szenarien dienen, „epischen Fanatasy-Abenteuern“, wie es der Untertitel verkündet. Solche Spiele lassen Spielerherzen höher schlagen.

DÜSSELDORF. Alles ist sauber und übersichtlich verpackt. Doch wir wollen Unordnung in die Schachtel bringen, denn auf Battelore hat die Fangemeinde schon einige Zeit gewartet. Den Vorgänger, „Memoir 44“, mussten wir uns noch im Ausland besorgen, denn das Spiel, das den zweiten Weltkrieg zur Basis hat, gilt wohl als politisch nicht korrekt. Fiktion dagegen hat in Deutschland durchaus einen Markt.

Jetzt sind es also keine Alliierten mehr, sondern Fantasiegestalten, die wir über den Spielplan schicken, gegnerische Befestigungen angreifen und munter miteinander kämpfen lassen. Alles fußt auf dem Prinzip, dass wir einen begrenzten Spielplan haben, auf dem wir jeweils in einem bestimmten Segment Einheiten aktivieren und diese zu einem Angriff ins Feld führen können. Zur Steuerung der Einheiten dienen uns Kommandokarten, die jeweils bestimmte Einheiten zum Leben erwecken.

Gewonnen hat, wer letztlich siegreich aus der Schlacht hervorgeht. Das ist auch bei Fantasy so, und wer Kriegsspiele nicht mag, sollte tunlichst die Finger davon lassen. Doch da auch „Risiko“, ein Kriegsspiel par Excellence, viele Anhänger gefunden hat, wird das hochwertige Battlelore sicher auch viele Freunde finden.

Battlelore erweist sich als unterhaltsames Zweierspiel, bei dem wir all unsere strategischen Fähigkeiten aufbringen müssen, um bei jeweils wechselnden Gelände- und Figurenkonstellationen siegreich zu sein. Die Szenarien, die der Schachtel beiliegen, reichen für zahlreiche unterhaltsame Spieleabende, weitere Szenarien sowie zusätzliche Spielfiguren sollen folgen. Doch Battlelore hat auch Macken: Die 80-seitige Spielregel beispielsweise verlangt uns vor der ersten Partie reichlich Einsatz ab.

Auch ist durch die magischen Fähigkeiten der Figuren die ursprünglich klare Eingrenzung ihrer Aktionsmöglichkeiten aufgeweicht. Bei Memoir 44 waren die Eigenschaften der Figuren klar umrissen, bei dem Nachfolger kommt es häufiger zu unvorhergesehenen Überraschungsschlägen. Mir persönlich ist die frühere, strategischere Variante lieber. Doch das ist auch Geschmackssache.

Battlelore
Days of Wonder
2 Spieler ab 10 Jahren
ca. 60 min
ca. 70 Euro
www.daysofwonder.com

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