Beamtenstatus gefährdet
Kölner Polizisten kommen mit Bewährung davon

Das Landgericht Köln hat sechs Polizisten zu Bewährungsstrafen verurteilt, die einen Festgenommenen so schwer misshandelt hatten, dass der Mann später starb.

Reutres DÜSSELDORF. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die Beamten im Mai 2002 einen 31-Jährigen nach dessen Festnahme durch Schläge und Tritte schwer verletzt hatten. Der Mann fiel daraufhin ins Koma und starb zwei Wochen später. Das Gericht verhängte am Freitag gegen die Beamten wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung im Amt mit Todesfolge Bewährungsstrafen zwischen einem Jahr und 16 Monaten. Die Verteidigung kündigte Revision an.

Nach Angaben von Richter Heinz Georg Schwitanski wurde es als strafmildernd gewertet, dass die Polizisten ihren Beamtenstatus verlieren, falls die Revision verworfen und das Urteil rechtsgültig werden sollte. Das Landesbeamtengesetz sieht vor, dass bei einer Bewährungstrafe ab zwölf Monaten Beamte ihren Status verlieren.

Fünf der zwischen 25 und 40 Jahre alten Polizisten hatten im Prozess ausgesagt, sie hätten aus Notwehr gehandelt. Der Mann habe bei seiner Festnahme randaliert und auch nachdem er an Händen und Füßen gefesselt worden sei, weiter versucht, zu treten und zu beißen. Dies verwarf das Gericht indes, da man bei einem gefesselten Mann nicht von Notwehr reden könne. Lediglich einer der Angeklagten räumte ein, aus Ärger dem 31-Jährigen einen Faustschlag versetzt zu haben. Die Anklage stützte sich unter anderem auf die Aussagen zweier unbeteiligter Beamten, die den Vorfall auf der Wache beobachtet hatten.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%