Becher-Verbot gescheitert
Cola aus Eimern bleibt erlaubt

Er erließ Rauchverbote und zwang Fastfood-Ketten zur Kalorien-Transparenz: In seinem Gesundheitskampf wollte New Yorks Bürgermeister Bloomberg auch riesige Limo-Becher verbannen. Ein Richter hat den Plan gestoppt.
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New YorkEs hätte ein großer Tag werden sollen für Michael Bloomberg. Am Vormittag wollte New Yorks Bürgermeister vor die Presse treten und, eingerahmt von politischen Unterstützern, feierlich seinen jüngsten Sieg im Kampf für die Gesundheit seiner Bürger feiern: Das umstrittene Verbot riesiger Softdrink-Becher, das um Mitternacht in Kraft treten sollte. „Jeder im ganzen Land“ solle seinem Beispiel folgen, hatte Bloomberg noch am Montag stolz verkündet.
Die Feier muss der scheidende Bürgermeister nun allerdings verschieben. Überraschend hat ein New Yorker Richter am Montagnachmittag das Verbot gestoppt. Es ist ein herber Rückschlag für den eifrigen Bloomberg – und ein großer Sieg für die Restaurants, Kinos und die Getränkeindustrie, die geklagt hatte. Die Stadt will allerdings Einspruch einlegen.

Die Worte, die Richter Milton Tinglin wählte, klangen wie Ohrfeigen. „Willkürlich“ sei das Verbot, die Regelungen seien „überfrachtet“ und hätten „unberechenbare Konsequenzen“, heißt es in der Urteilsbegründung. Die Ausnahmen führten den beabsichtigten Zweck ad absurdum. So sei es etwa ungerecht, dass der Bann nur für bestimmte Getränke gelte sowie für bestimmte Verkaufsorte, zum Beispiel Fastfood-Läden, Kinos oder Sportarenen. Supermärkte und Kioske dagegen sind ausgenommen.

Das Verbot von Bechern mit einem Volumen von mehr als 16 Unzen (473 Milliliter) gilt als eines von Bloombergs Prestige-Projekten. Zuvor hatte sich der milliardenschwere Gründer des gleichnamigen Finanzinformationsdienstes bereits andere Felder gesucht, um die New Yorker zu einem gesünderen Leben zu erziehen.

So setzte er unter anderem ein umfassendes Rauchverbot durch, erhöhte die Steuern auf Zigaretten, zwang Fastfood-Restaurants die Zahl der Kalorien neben die Speisekarte zu schreiben und verbot gefährliche Transfette. Zuletzt sagte die Stadtverwaltung auch dem lauten Musikhören mit Kopfhörern den Kampf an.

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