Behörden machen Zugeständnisse
Häftlingsrevolte in Brasilien beendet

Nach vier Tagen haben die Häftlinge in einem brasilianischen Gefängnis nach 72 Stunden ihre Revolte beendet und die über 200 Geiseln freigelassen. Die Behörden hatten sich zuvor der Forderung der Gefangenen gebeugt.

HB SAO PAULO. Die revoltierenden Gefangenen ließen ihre 207 Geiseln frei, nachdem die Behörden die meisten Forderungen der Meuterer erfüllt hatten. Die Aufständischen hatten neben Verbesserung der Haftbedingungen vor allem die Rückkehr eines vor wenigen Tagen in eine andere Anstalt verlegten Mannes namens „Birrinha“ gefordert, der als Häftlingsführer gilt.

Der Aufstand im Staatsgefängnis Urso Branco in der Stadt Porto Velho begann am Sonntagnachmittag während der Besuchszeit. Die mit Messern bewaffneten Häftlinge brachten 190 Frauen und 17 Männer in ihre Gewalt. Bei den Geiseln handelte es sich um Verwandte von Gefangenen. Um die Aufständischen zu zermürben, wurden ihnen Wasser und Strom abgestellt, auch wurden keine Nahrungsmittel angeliefert.

Die meisten der rund 1 000 Gefangenen in Urso Branco beteiligten sich an dem Aufstand. Die Anstalt wurde ursprünglich für 350 Häftlinge gebaut. Im April 2004 kam es dort zu fünftägigen blutigen Unruhen, bei denen 14 Häftlinge ums Leben kamen. Damals hielten die Gefangenen 170 Angehörige als Geiseln, überwiegend Frauen.

Als Rädelsführer des Aufstands vom April 2004 gilt der 27-jährige Edinildo Paula de Souza, der wegen Mordes und bewaffneten Raubüberfalls eine 30-jährige Haftstrafe absitzt. Seine Verlegung in ein anderes Gefängnis löste die neue Revolte aus.

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